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Stromwirtschaft
Jens Alder übernimmt Doppelmandat bei Alpiq

Jens Alder
Jens Alder: Präsident und Chef von Alpiq.Quelle: © KEYSTONE / GAETAN BALLY

Jasmin Staiblin verlässt den Chefposten von Alpiq Ende Jahr. Nachfolger wird Jens Alder. Er ist neu Präsident und Chef im Doppelmandat.

Marcel Speiser
Von Marcel Speiser
am 07.12.2018

Nach sechs Jahren an der Spitze verlässt die 48-jährige Spitzenmanagerin Jasmin Staiblin der Chefposten beim Stromkonzern Alpiq. Das hat das Unternehmen am Freitag Abend mitgeteilt.

Als Nachfolger hat der Verwaltungsrat jemanden aus den eigenen Reihen installiert: Präsident Jens Alder. Der 61-jährige wird zum Delegierten des Verwaltungsrat und übernimmt damit beim Stromkonzern gleich beide Schlüsselrollen im Doppelmandat.

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In der Mitteilung zu Ihrem Abgang stellt Staiblin fest, dass « Alpiq nun auf einem stablien Fundament» stehe und «fit» sei «für die Energiezukunft». Nachfolger Alder lobt Staiblin über den grünen Klee: «Jasmin Staiblin hat Grossartiges geleistet.»

Ein Soziologe als Gegengewicht

Um ein Gegengewicht zu Alder zu bilden, wird Alder-Vize Jean-Yves Pidoux neu als Lead Director eingesetzt – und ein bisher nicht vorhandenes Governance-Kommitee gebildet. Wie genau Pidoux potenzielle Interessenskonflikte von Alder vermeiden soll, wird in der Mitteilung allerdings nicht ausgeführt. Der doktorierte Soziologe Pidoux ist Stadtrat in Lausanne und leitet die dortigen Stadtwerke.

Jasmin Staiblin
Jasmin Staiblin: Arbeitet seit Monaten an ihrer weiteren Karriere.
Quelle: © KEYSTONE / ALEXANDRA WEY

Staiblin sorgte im Frühling für Aufsehen, als sie der Versicherungskonzern Zurich zur Wahl in den Verwaltungsrat vorschlug. Zuerst liess sie den Alpiq-VR die Statuten ändern, um das Mandat möglich zu machen. Zwei Wochen später dann zog die Managerin ihre Kandidatur nach heftiger Kritik wieder zurück.

Alder und Staiblin wurden in der Vergangenheit als Führungs-«Dreamteam» beschrieben. In der «Bilanz» schwärmte Staiblin förmlich von «Jens». Es gäbe «wenige CEOs», so Staiblin, «die sich von dieser Rolle lösen und in die Präsidentenrolle wechseln können. Jens ist einer davon.» Das gilt nun nicht mehr. Alder wird wieder Chef.

Die Staiblin-Pirouette

Dass Staiblin ihre weitere Karriere bereits seit längerem plant, war seit der Zurich-Pirouette klar. Welchen Chefposten allerdings sie anstrebt, ist noch nicht bekannt. Headhunter Björn Johansson jedenfalls ist sich sicher, dass Staiblin «noch eine grosse Karriere» vor sich hat. Klar jedenfalls ist: Für eine reine VR-Karriere ist Staiblin noch zu jung. Möglich trotzdem, dass sie erneut für den Zurich-VR angefragt wird.