Die berufliche Vorsorge in der Schweiz ist in Bewegung. Als erster grosser Versicherer will Zurich Life Schweiz ein Produkt lancieren, das den Versicherten erlaubt, die Anlage ihres Rentenvermögens selbst zu bestimmen – von Rendite und Risiko bis hin zur Auswahl einzelner Anlagefonds. «Im Moment läuft ein Pilot zu diesem Thema», bestätigt Zurich-Life-Sprecherin Sarah Soland «Handelszeitung»-Recherchen.

Die Zurich hat dabei nur einen kleinen Vorsprung. Denn sowohl Swiss Life als auch Axa Winterthur prüfen derzeit Individuallösungen. Damit treiben sie die Entwicklung der 2. Säule weg vom Einheitstopf voran. «Die Flexibilisierung des Systems ist klar ein Trend für die Zukunft», erklärt Hanspeter Konrad, Direktor des Schweizerischen Pensionskassenverbands Asip.

Weil der Gesetzgeber Individuallösungen nur im Überobligatorium und erst ab 120 000 Fr. Salär zulässt, sind vorerst Firmenkader die von den Versicherern umworbene Zielgruppe. Namhafte Unternehmen wie Julius Bär oder Schindler bieten ihren Kadern heute schon Vorsorge-Individuallösungen an. Die ABB-Pensionskasse betreibt seit zehn Jahren erfolgreich ein solches Modell als Ergänzungsversicherung.

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Die 2. Säule ist auch Thema in der kommenden Sommersession der Eidgenössischen Räte. Konkret geht es um die Neuordnung der Aufsicht über die Pensionskassen (PK) sowie um schärfere Governance- Vorschriften und Loyalitätspflichten für PK-Manager.