Wie die britische «Financial Times» berichtet, hat John Paulson mit seinem Hedgefonds insgesamt 554 Millionen Dollar mit Anleihen der 2008 zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers verdient – weit mehr als die Konkurrenz.

Paulson hatte schon am Tag der Lehman-Pleite angefangen, Anleihen zu kaufen – Schuldpapiere, die Lehman nicht mehr bedienen konnte. Dafür zahlte er gemäss dem Zeitungsbericht 7,3 Cent pro Dollar Ursprungswert. Im nun ausgehandelten Insolvenzplan für Lehman ist vorgesehen, dass die Bank den Gläubigern 21,1 Cent pro Dollar zurückerstattet – als fast dreimal so viel, wie Paulson bezahlt hatte.

John Paulson hat sich damit eine goldene Nase verdient – und seinen Ruf als eiskalter Zocker gefestigt. Zusammen mit anderen Lehman-Gläubigern hatte er für hohe Entschädigungsraten gekämpft und so erreicht, dass Lehman nun 21,1 Cent statt der ursprünglich vorgesehenen 17,4 Cent pro Dollar zahlen muss.

Paulson hat damit an der Finanzkrise ein zweites Mal kräftig verdient. Denn er hatte schon Berühmtheit dadurch erlangt, dass er frühzeitig auf den Zusammenbruch des amerikanischen Immobilienmarktes gewettet hatte – und damit Milliarden verdiente.

Paulsons Hedgefonds ist 38 Milliarden Dollar schwer und damit der drittgrösste der Welt. Gemäss «Wall Street Journal» soll er 2010 fünf Milliarden Dollar verdient haben.

Kürzlich hat sich Paulson indes kräftig verspekuliert: Er hatte ein grosses Aktienpaket eines chinesischen Forstkonzerns erworben und damit nach amerikanischen Medienberichten 500 bis 800 Millionen Dollar verloren.

(cms)