Der weltweit zweitgrösste Bierkonzern SABMiller präsentiert sich vor der Übernahme durch Branchenprimus AB Inbev in guter Verfassung. Vor allem in den Schwellenländern verkaufte der Besitzer von Marken wie Foster's und Pilsner Urquell im dritten Geschäftsquartal (Ende Dezember) deutlich mehr Bier, wie das britisch-südafrikanische Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte.

Der konzernweite Absatz zog im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ohne Zu- und Verkäufe gerechnet um 4 Prozent an. Weil der Konzern auch die Preise anheben konnte, legte der währungsbereinigte Umsatz um 7 Prozent zu. Das war mehr als von Analysten erwartet.

Starker Dollar knabbert am Erfolg

Allerdings verhagelt der im Jahresvergleich starke Dollar dem Konzern nach wie vor die Endabrechnung, weil er in der US-Währung bilanziert. Nach der Umrechnung ging der Umsatz nämlich um 8 Prozent zurück. Im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres steht nach neun Monaten ein Minus von 9 Prozent zu Buche.

Dennoch dürfte AB Inbev die Übernahme weiter schmecken. Der Brauer von Beck's und Budweiser mit Hauptsitz im belgischen Leuven legt für SABMiller rund 71 Milliarden britische Pfund auf den Tisch, umgerechnet aktuell rund 92 Milliarden Euro. Dabei hat es AB Inbev vor allem auf die Stärke von SABMiller in Afrika und Lateinamerika abgesehen.

Grosses Umsatzplus in Afrika

In Afrika stand bei SABMiller aus eigener Kraft diesmal ein Umsatzplus von 12 Prozent, in Lateinamerika von 8 Prozent. Schwächen zeigte der Konzern dagegen auf den nordamerikanischen Märkten.

Auch in Europa kletterte der Erlös um 6 Prozent, dabei gilt insbesondere Westeuropa den Managern der Branche wegen des mehr und mehr gesättigten Bierdurstes als wenig wachstumsträchtig. AB Inbev will bei einer Übernahme die niederländische Marke Grolsch und die italienische Sorte Peroni verkaufen, um die Wettbewerbshüter zur Zustimmung zum Deal zu bewegen.

(awp/ise/ama)