Die US-Grossbank JP Morgan zieht sich nach dem Verkauf ihres umstrittenen Rohstoffgeschäfts aus dem Parketthandel an der Londoner Metallbörse (LME) zurück. Damit sinkt die Zahl der Institute, die noch «im Ring» handeln, auf neun, wie der LME-Betreiber mitteilte.

Die LME ist die einzige Börse Europas, die noch einen Parketthandel hat. Die Händler sitzen sich auf einem ringförmigen, roten Sofa gegenüber und rufen sich die Orders zu. Der Schritt JP Morgans zeigt Experten zufolge, dass der elektronische Handel auch an der Metallbörse immer wichtiger wird.

Kritik wegen Rohstoffgeschäfte

Im vergangenen Jahr hatte JP Morgan ihr Rohstoffgeschäft an den Schweizer Energiehändler Mercuria veräussert. Die US-Banken waren wegen ihrer Rohstoffgeschäfte massiv in die Kritik geraten. Ihnen wird vorgeworfen, die Preise in die Höhe zu treiben, indem sie beispielsweise grosse Mengen an Metallen in riesigen Lagerhallen vorhalten.

(sda/dbe/chb)