Die grösste US-Bank JP Morgan hat im vergangenen Jahr ungeachtet eines Spekulationsdesasters einer Londoner Abteilung und Milliardenstrafen für die Sünden der Vergangenheit so viel verdient wie noch nie. Der Überschuss sei um 12 Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar gestiegen, teilte die Bank in New York mit. Dies war der dritte Rekordgewinn in Folge.

Grösster Gewinntreiber war eine deutliche Erholung des US-Immobilienmarkts. Die Vorsorge für Kreditausfälle konnte so um 55 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar gedrückt werden.

Die Erträge lagen unverändert bei rund 100 Milliarden Dollar. Damit schnitt die Bank besser ab als Experten erwartet hatten.

Am Aktienmarkt wurden die Zahlen dennoch mit Ernüchterung aufgenommen. Das Papier gab vorbörslich nach. Wie so oft bei Zahlen von US-Instituten hatten Händler mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet. Trotz des Rekordergebnisses wurde das Gehalt des Bankchefs Jamie Dimon wegen der Milliardenbelastungen im Handelsbereich auf 11,5 Millionen Dollar halbiert.

Goldman Sachs 

Nach einem mageren Jahr 2011 verdiente die weltgrösste Investmentbank Goldman Sachs im vergangenen Jahr wieder prächtig - vom Rekordgewinn aus dem Jahr 2009 ist die Bank allerdings noch ein gutes Stück entfernt. 2012 stieg der Überschuss um 191 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar, wie die Bank in New York mitteilte. Die Erträge legten um 19 Prozent auf 34 Milliarden Dollar zu.

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Anders als vor der Krise gab Goldman Sachs den Zuwachs nicht überwiegend an die Investmentbanker weiter. Die Löhne und Boni stiegen 2012 nur um 6 Prozent auf knapp 13 Milliarden Dollar.

Goldman-Sachs-Chef Llyod C. Blankfein hatte der Bank 2011 nach einigen Quartalen mit Misserfolgen und teils roten Zahlen eine Rosskur aufgedrückt. Er will die Kosten insgesamt um knapp 2 Milliarden Dollar drücken. Mit den Zahlen übertraf die Bank die Erwartungen deutlich. Die Aktie legte vorbörslich zu.

(tno/aho/awp)