Weniger Rechtskosten, deutlich verbessertes Investmentbanking: Der Gewinn bei JPMorgan ist zum Jahresende kräftig gestiegen. Unter dem Strich kletterte der Überschuss im Schlussquartal verglichen mit dem Vorjahreswert um zehn Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar, wie die grösste US-Bank am Donnerstag in New York mitteilte. Vorstandschef Jamie Dimon warnte aber angesichts des Ölpreisverfalls vor «Stress».

«Wir hatten zum Jahresende 2015 ein gutes Quartal», erklärte Dimon. Die Finanzmärkte seien zwar etwas ruhiger gewesen, was sich im Handel und in der Vermögensverwaltung ausgewirkt habe. JPMorgan lieferte aber ein stark verbessertes Ergebnis im Investmentbanking, der Nettogewinn stieg um 80 Prozent zum Vorjahr auf 1,7 Milliarden Dollar. Die Bank profitierte nach Bewältigung etlicher Altlasten aus der Finanzkrise von niedrigeren Rechtskosten. Zudem spielte ihr der Boom bei Fusionen und Übernahmen in die Karten.

Stress im Energiesektor

Im Kredit- und Einlagengeschäft steigerte der US-Bankenprimus seinen Gewinn ebenfalls deutlich. Schrumpfende Erlöse bei Hypothekendarlehen konnte JPMorgan durch einen kräftigen Anstieg bei Kreditkarten und Autokrediten mehr als wettmachen. Konzernchef Dimon sprach von starkem Wachstum und guter Kreditqualität – abgesehen von «einigem Stress im Energiesektor». Wegen des Absturzes des Ölpreises warnen Analysten in diesem Bereich schon länger vor Zahlungsausfällen.

Insgesamt blieben die Einnahmen von Amerikas an der Bilanzsumme gemessen grösstem Bankhaus mit 23,7 Milliarden Dollar stabil. Im ganzen abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 verdiente das Unternehmen unter dem Strich 24,4 Milliarden Dollar. Das waren 2,7 Milliarden mehr als vor einem Jahr. Analysten hatten mit einem schwächeren Ergebnis gerechnet. Bei Anlegern kamen die Zahlen gut an – die Aktie steht nach 90 Handelsminuten zweieinhalb Prozent im Plus.

(reuters/ise/ama)