Die US-Grossbank JP Morgan ist wegen dubioser Einstellungen von der US-Justiz zur Rechenschaft gezogen worden. Das Institut soll zum eigenen Geschäftsvorteil Jobs an Familienangehörige chinesischer Entscheidungsträger vergeben haben.

Insgesamt zahle das Institut rund 264 Millionen Dollar teilte das US-Justizministerium mit.

Im grossen Stil

Den US-Behörden zufolge soll die Einstellungspraxis in grossem Stil mit einer eigens dafür eingerichteten «Söhne-und-Töchter»-Kampagne betrieben worden sein. Dieses Programm sei nichts weiter gewesen als «Bestechung unter einem anderen Namen», heisst es in der Mitteilung der US-Justiz. Die Mitarbeiter seien nicht wegen ihrer Qualifikation verpflichtet worden, sondern um an Aufträge zu kommen.

Beteuerungen, wonach solche Einstellungsmethoden im Ausland üblich seien, taugten nicht zur Verteidigung, erklärte die Staatsanwaltschaft. «Das hat mit gewöhnlicher Geschäftsführung nichts mehr zu tun - es ist Korruption

Der Grossteil der Summe, die JP Morgan nun zahlen wird, um den Rechtsstreit beizulegen, fliesst mit 130,5 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC. Der Rest geht an das Justizministerium und die Notenbank Federal Reserve.

Keine Strafverfahren

Strafverfahren gegen einzelne Personen gibt es aber nicht. Die SEC hatte im Jahr 2013 eine Untersuchung eingeleitet.

Investmentbanken haben in der Vergangenheit schon häufiger die Kinder einflussreicher Chinesen eingestellt. In der Volksrepublik spielen persönliche Beziehungen bei geschäftlichen Entscheidungen eine besonders grosse Rolle.

(sda/chb)