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Juke-Gründer: «Apple wird sicher auch etwas planen»

Juke-Gründer: «Apple wird sicher auch etwas planen»
Frank Taubert ist Gründer des Musik-Streaming-Service Juke. (Bild: ZVG)

Konkurrenz für Simfy, Spotify & Co.: Der Musik-Streaming-Service Juke ist auch in der Schweiz lanciert. Juke-Gründer Frank Taubert äussert sich im Interview zum Potenzial, zu Partnerschaften und zur T

Von Jorgos Brouzos (Interview)
am 18.01.2013

Vor wenigen Tagen wurde der Musik-Streaming-Service Juke in der Schweiz gestartet. Juke gehört zur Media Saturn Gruppe. Damit nimmt der Wettbewerb in diesem Markt weiter Fahrt auf, denn in den vergangenen Monaten haben mit Simfy und Spotify bereits ähnliche Dienstleistungen lanciert.

Frank Taubert, Gründer von Juke, erhofft sich von der Kooperation mit Telekomanbieter Sunrise Vorteile - und er ist nicht unglücklich darüber, dass Apple den Streaming-Markt bislang vernachlässigt.

«Handelszeitung Online»: Apple tut sich noch schwer mit einer Streaming-Lösung. Beruhigt Sie das?
Frank Taubert: Das beruhigt uns nicht ganz. Apple wird sicher auch etwas planen. Die Streaming-Welt ist aber für uns eine Chance. Im Download-Geschäft ist der Markt wegen Apple viel schwieriger.

Wieso setzten Sie in der Schweiz auf eine Partnerschaft mit Sunrise?
Sunrise ist ein innovativer Anbieter und hat nach einem Partner für das Musikangebot gesucht. Denn Musik ist sehr wichtig für die jungen Kunden. Es sind zudem zukünftig auch interessante Synergien zwischen Media Markt und Sunrise denkbar.

Welche Erwartungen haben sie an den Schweizer Markt?
Da wir schon seit einigen Jahren mit Exlibris im Downloadgeschäft zusammenarbeiten, kennen wir den Schweizer Katalog schon. Die Schweiz hat ein tolles Repertoire. Man muss aber den Nutzern die Streaming-Modelle noch besser erklären.

Das heisst?
Es braucht noch etwas Zeit, bis das die Leute verstehen. Man besitzt nicht mehr das ganze Repertoire, sondern mietet es nur. Ich merke, dass die Art des Angebots das Konsumverhalten verändert. So lernt man immer wieder neue Musiker kennen.

Mit wie viel Kunden rechnen Sie in der Schweiz?
In Schweden nutzen bereits 30 Prozent der Bevölkerung einen Streaming-Service. In der Schweiz ist das Potential ähnlich. Dafür muss man aber die Tarife noch etwas besser abstufen.

Wie könnte das aussehen? 
Ich denke, dass wir langfristig einige Abstufungsmodelle sehen werden. Wir diskutieren das derzeit auch mit der Musikindustrie. Wenn man nicht immer den vollen Bedarf hat, muss man auch nicht voll bezahlen.

Welche Chancen hat ein Musiker durch das neue Geschäft?
Es ist ein neues Business-Modell. Man darf nicht vergessen, dass man eine CD meist nur einmal verkauft. Der Schweizer Musiker wird auch in zehn Jahren noch Geld mit einem Stream verdienen können. Denn beim Streaming-Modell wird für die Musik immer wieder bezahlt.

Viele Musiker sind aber mit den Tarifen nicht zufrieden.
Man kann sich der Entwicklung nicht entziehen. Streaming-Dienste bieten für das Entdecken von neuen Künstlern eine grosse Chance. Das rechnet sich auf für Marketingzwecke bei Tourneen und beim Merchandising. Wenn ein Künstler eine lokal erfolgreiche Platte produziert, dann wird der Marktanteil auf den Künstler umgeleitet. Es kann sich lohnen.

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