Die Julius Bär-Aktien sind am Dienstagmorgen mit deutlichen Abschlägen in den Handelstag gestartet. Die Vermögensverwaltungs-Bank hatte vorbörslich den Zwischenbericht zu den ersten zehn Monaten des Jahres vorgestellt. Während die verwalteten Vermögen (AuM) etwas besser ausfielen als erwartet, enttäuschte das Institut vor allem mit einem schwächeren Nettoneugeldzufluss und zurückhaltenden Kundenaktivitäten.

Die Julius Bär-Aktie notiert gegen 11.30 Uhr über drei Prozent im Minus. Sie ist damit klar schwächster SMI-Titel in einem Gesamtmarkt, der zur Mittagszeit leicht negativ tendiert (-0,3 Prozent). In den Abwärtssog gerieten auch die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS mit 0,5 und 0,8 Prozent Minus.

Kostensituation unter Kontrolle

Der Bär-Zwischenbericht sei «nicht sehr inspirierend» gewesen und zeige einige negative Trends, meint etwa Andreas Venditti von der Bank Vontobel. Er verweist insbesondere auf die Verlangsamung des Neugeldzuflusses in Osteuropa und in Lateinamerika. Dagegen scheine die Kostensituation gut unter Kontrolle – so präsentiere sich die Cost/Income-Ratio besser als erwartet.

Auch die ZKB sieht im Bär-Zwischenbericht ein «gemischtes Bild» – mit einem «eher harzigen» Neugeldzufluss und einer verhaltenen Kundenaktivität auf der einen Seite sowie mit Fortschritten bei Effizienz und Profitabilität auf der anderen. Das verwaltete Vermögen zeige sich allerdings robuster gegen die «jüngsten Marktkapriolen» als von den meisten erwartet, so Analyst Michael Kunz.

Schwache Marge

Klar negativ wird der Zwischenbericht von Kepler Cheuvreux-Analyst Dirk Becker gesehen. Er verweist etwa auf den Rückgang der Marge auf noch 95 Basispunkte (BP) für die ersten zehn Monate. Für die ersten Monate seit dem Juni impliziere das eine Marge von 89 BP. «Wir glauben weiterhin, dass die Marge auf 75-85 BP fallen wird, sobald die volle Regularisierung der undeklarierten Gelder in Westeuropa erledigt ist», so Kepler Cheuvreux.

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Dagegen sehen die Analysten der Credit Suisse (CS) nun Hoffnung, dass der Einfluss der Regularisierung nun langsam nachlassen wird. CS-Experte Tom Mills verweist zudem auf den weiterhin ausstehenden Abschluss des US-Steuerstreits, der als Katalysator dienen könnte. Dass Julius Bär nun bereits eine neue Transaktion mit der italienischen Kairos angekündigt habe, zeige die Zuversicht des Finanzinstituts.

Hohe Kapitalisierung

Auch die Experten der Société Générale kommentieren den Abschluss freundlich und verweisen auf die hohe Kapitalisierung von Julius Bär. Sollte die US-Busse in Höhe der derzeitigen Rückstellung von 350 Millionen Franken ausfallen, würde das Überschusskapital Ende 2016 bei «mindestens 800 Millionen Franken» liegen, so Andrew Lim von SocGen.

(awp/ise/ama)