Die Aktien von Julius Bär sind stark gesucht. Die Vermögensverwalterin habe besser als erwartet ausgefallene Ergebnisse für das erste Halbjahr 2013 gezeigt, hiess es im Handel. Dazu hätten vor allem die höheren Handelsvolumen und Kundenaktivitäten beigetragen. Teils hat auch die rasch voranschreitende Integration des Internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts (IWM) von Merrill Lynch überrascht.

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Bis um 11:30 Uhr legen die Julius-Bär-Aktien bei hohen Umsätzen um rund 5,4 Prozent zu, während der Gesamtmarkt, gemessen am SMI, nur 0,26 Prozent im Plus stand.

«Besser als erwartet» lautet beispielsweise das Fazit der Bank Vontobel zu den Zahlen. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) zeigt sich vom Fortschritt der IWM-Integration «positiv überrascht». J. Safra Sarasin hebt den Netto-Neugeldzufluss, die Bruttomarge, die Profitabilität und die IWM-Integration hervor.

Im Weiteren wird vor allem der starke Anstieg der Handelsumsätze und der Kundenaktivitäten angeführt. Zwar hätten die verwalteten Vermögen in den vergangenen zwei Monaten gelitten, doch sei der Netto-Neugeldzufluss über den Erwartungen gelegen, heisst es so bei der Bank Vontobel.

ZKB: Nicht vergleichbar mit Vorjahr

Die Bank Vontobel rechnet bei Julius Bär zwar künftig möglicherweise wieder mit einer Verlangsamung der Handelsaktivitäten. Auch könnten die Margen im Vermögensverwaltungsgeschäft etwas gedrückt werden, weil mit der IWM-Integration Gelder aus Marktregionen mit tieferen Margen wie aus Asien zuflössen - eine Meinung, die auch die ZKB teilt. In diesem Zusammenhang wird zudem auf den starken Wettbewerbsdruck verwiesen.

Der Halbjahres-Abschluss von Julius Bär sei stark geprägt von der Integration eines bedeutenden Teils der Merrill-Lynch-Einheiten und daher nicht mit den Vorjahren vergleichbar, ist das Fazit der ZKB. Im Vergleich zu den Konsensschätzungen sei der Zwischenausweis positiv zu beurteilen. Die Julius-Bär-Aktie ist für die ZKB «fair» bewertet. Das Institut stuft Julius Bär demenentsprechend weiter mit «Marktgewichten» ein.

Vontobel stellt Neueinstufung in Aussicht

Bei der bisherigen Bewertung der Julius-Bär-Aktie mit «Buy» bleibt die Bank Sarasin. Auch mit Blick auf Herausforderungen wie die weiterhin hängige Lösung im Steuerstreit mit den USA und dem anhaltenden Druck aus der EU auf das grenzüberschreitende Geschäft sei Julius Bär gut positioniert und auch kapitalisiert, wird die aktuelle Kaufempfehlung begründet.

Die Bank Vontobel stellt eine Neueinstufung der Julius-Bär-Aktie in Aussicht. Bisher stufte das Institut die Titel mit «Reduce» (Kursziel: 27 Franken) ein.

(tno/aho/awp)