Gegenwind in Lateinamerika und Asien hat die Privatbank Julius Bär im ersten Halbjahr 2016 gebremst. Das Geldhaus sammelte bei reichen Privatkunden Neugeld von 3,7 Prozent des Bestandes ein, wie das Institut am Montag mitteilte. Das Ziel liegt bei vier bis sechs Prozent, sei aber weiterhin erreichbar, so das Zürcher Geldhaus.

Insgesamt verwaltete Bär zur Jahresmitte rekordhohe 311 Milliarden Franken – im Vorjahr waren es 305 Milliarden Franken. Die Geschäftsdynamik habe sich seit dem 1. Quartal 2016 verbessert, was zu erhöhten Zuflüssen geführt habe, wird CEO Boris Collardi in der Mitteilung zitiert.

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Mehr Kundenberater

Der Gewinn stieg um 4,7 Prozent auf 402 Millionen Franken und übertraf damit die von Analysten prognostizierten 346 Millionen Franken. Höhere Handelsvolumen nach dem Brexit-Votum hätten zur Ertragssteigerung beigetragen.

Gute Nachrichten gibt es auch an der Personalfront: Brutto hätten sich bereits über 200 Kundenberater für Julius Bär entschieden, heisst es in der Medienmitteilung. Netto stellte die Bank im ersten Halbjahr 50 neue Kundenberater an, nachdem es im gesamten Jahr 2015 noch netto 40 gewesen waren. «Die neuerliche Ausrichtung auf organisches Wachstum, ohne mögliche Übernahmen auszuschliessen, zahlt sich mehr und mehr aus», so CEO Collardi in der Mitteilung.

Aktie steigt

An der Börse kommen die Zahl gut an. Die Bär-Aktie steigt nach rund einer Viertelstunde um über 1 Prozent. Der SMI tendiert derweil nur leicht im Plus. Die Titel der Credit Suisse gewinnen ebenfalls um knapp 0,7 Prozent, jene der UBS sind quasi unverändert.

Die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS werden ebenfalls in dieser Woche Rechenschaft über das zweite Quartal ablegen. Die CS-Zahlen kommen am Donnerstag, jene der UBS am Freitag. Bei der Credit Suisse wird ein weiterer Verlust erwartet.

(reuters/awp/ise/mbü)