Der Vermögensverwalter Julius Bär legt im deutschen Markt im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern ein hohes Wachstumstempo vor. Gegenüber der «FAZ» erklärte Deutschland-Chef Heiko Schlag, das laufende Jahr habe sehr gut begonnen. «Wir haben in den ersten fünf Monaten mehr als 400 neue Kunden gewonnen und 600 Millionen Euro Nettoneugelder erhalten», so Schlag. Dabei steigere die Bank die Erträge schneller als die Kosten, heisst es.

«Im November 2014 werden wir erstmals die Gewinnschwelle im deutschen Geschäft erreichen», verkündet Schlag. Wegen hoher Investitionen in das seit einem Jahr in Frankfurt angesiedelte europäische Geschäft werde Julius Bär in Deutschland insgesamt aber erst ab 2015 mit Gewinn arbeiten.

Auch im Vorjahr brummte das Geschäft: 2013 sei das erfolgreichste Jahr gewesen, seitdem Julius Bär 2006 das Geschäft mit Privatkunden aufgenommen habe. 2013 hätten Kunden der Bank netto deutlich mehr als eine Milliarde Euro an neuen Geldern zur Vermögensverwaltung anvertraut.

Marge von 1 Prozent auf Kundengeld

Julius Bär erziele eine Marge von knapp 1 Prozent auf das deutsche Kundengeld, wie es heisst. Bei den Kosten seien viele fix, der grösste Block seien die Gehälter der rund 200 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr kamen 60 neue Mitarbeiter in Deutschland dazu.

Der Ausbau habe auch mit einem zweiten Standbein für Julius Bär in Deutschland zu tun. Künftig werden alle Kunden in Westeuropa vom übernommenen Vermögensverwalter Merrill Lynch in Frankfurt gebucht, wie es in dem Artikel heisst. Dafür seien Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe nötig.

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Credit Suisse hatte sich im vergangenen Jahr frustriert aus Deutschland zurückgezogen. «Es vergeht kein Monat, an dem uns nicht ein unabhängiger Vermögensverwalter, eine Bank oder ein Family Office zum Kauf angeboten wird», bestätigt Schlag den Druck der Branche gegenüber der «FAZ».

(awp/vst/sim)