Der Bruttoertrag der Vermögensverwaltungsgruppe Julius Bär ist im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent auf 863,1 Millionen Franken gesunken. Der adjustierte Konzerngewinn stieg um 12,8 Prozent auf 221,4 Millionen Franken. Ohne eine Ablasszahlung im Steuerstreit mit Deutschland wäre der Gewinn im Vorjahr allerdings um 51 Millionen Franken höher gewesen. Berücksichtigt man diese Zahlung, nahm der Konzerngewinn nun um 10,6 Prozent ab.

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Weiterhin erfolgreich war das global tätige Institut beim Anziehen neuer Kundengelder. In den ersten sechs Monaten des Jahres flossen Julius Bär unter dem Strich 5,5 Milliarden Franken an Vermögen zu, nach 4,9 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Die verwalteten Vermögenswerte der Bank stiegen um 5 Prozent auf 179 Milliarden Franken. Das ist ein neuer Höchststand.

Der Geschäftsaufwand konnte um 10,5 Prozent auf 596,7 Millionen Franken gesenkt werden, unter Ausschluss der Deutschland-Zahlung ging er allerdings lediglich um 1 Prozent zurück. Die Cost/Income Ratio verschlechterte sich auf 70 Prozent, nachdem sie in der Vorjahresperiode noch bei 67,6 Prozent gelegen hatte.

Mit einer Tier 1 Ratio von 21,4 Prozent (Ende 2011: 21,8 Prozent) bleibt die Bär-Gruppe weiterhin gut kapitalisiert.

Erwartungen übertroffen

Mit den vorgelegten Zahlen hat der Vermögensverwalter die Konsenserwartungen übertreffen können. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Konzerngewinn von 201,9 Millionen Franken gerechnet.

Der Betriebsertrag wurde bei 853,5 Millionen Franken ebenfalls niedriger erwartet und der Geschäftsaufwand bei 629,7 Millionen. Zudem hatten die Analysten den Neugeldzufluss im Schnitt bei 5,1 Milliarden Franken und das Kundenvermögen bei 177,2 Milliarden Franken prognostiziert.

Die Bruttomarge betrug im ersten Semester 98 Basispunkte und lag damit unter den 105 Basispunkten im Gesamtjahr 2011.

Julius Bär betont des weiteren, dass sie keine Anleihen griechischer, portugiesischer, spanischer oder irischer Schuldner in ihren Büchern hat und «nur begrenzt» in italienischen Staatsanleihen investiert ist.

(chb/tno/sda/awp)