Die Schweizer Privatbank Julius Bär beschleunigt das Wachstumstempo. Der Neugeldzufluss habe in den ersten vier Monaten 2014 klar innerhalb des mittelfristigen Ziels von vier bis sechs Prozent gelegen, teilte der grösste börsennotierte reine Vermögensverwalter des Landes am Mittwoch mit. Vermögende Privatkunden in Schwellenländern und in Deutschland hätten Geld zur Bank gebracht. Per 30. April waren 264 Milliarden Franken bei der Privatbank angelegt, nach 254 Milliarden Franken Ende 2013.

Vor Jahresfrist hatte Bär das Wachstumsziel verfehlt. Westeuropäische Steuersünder hatten damals Gelder von ihren Bär-Konten abgehoben, um ihre Steuerschulden zu begleichen. Zudem war Bär mehr mit der Übernahme des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der Bank of America/Merrill Lynch als mit der Gewinnung von neuen Kunden beschäftigt.

53 Milliarden durch Merrill-Lynch-Übernahme

Auch die Integration des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch schreitet voran, wie Julius Bär am Mittwoch mitteilte. Der Transfer befinde sich «in der Schlussphase». In den 264 Milliarden Franken verwalteten Vermögen sind rund 53 Milliarden Franken des ehemaligen-Merrill-Lynch-Geschäfts enthalten, das Julius Bär 2012 gekauft hatte.

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Diese Grossübernahme steuerte nun neues Geld bei, sodass die verwalteten Vermögen seit Jahresende um vier Prozent auf 264 Milliarden Franken kletterten. Die von Julius Bär verwalteten Vermögen sind im ersten Quartal auch vor allem dank eines Zukaufs in Brasilien gewachsen. 

Julius Bär hatte Ende März die Mehrheit von 80 Prozent am brasilianischen Vermögensverwalter GPS Investimentos Financeiros e Participações übernommen, an dem die Bank zuvor schon eine Minderheitsbeteiligung besass. Die Tochterfirma wurde nun erstmals konsolidiert, was die verwalteten Vermögen um 6 Milliarden Franken ansteigen liess.

(reuters/sda/vst/moh)