Die Julius Bär Gruppe hat im ersten Semester des laufenden Jahres 2013 dank einer Erholung der Kundenaktivitäten und einer verbesserten Kosteneffizienz mehr verdient und kommt bei der Integration des Internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts (IWM) von Merrill Lynch voran. Der adjustierte Konzerngewinn lag mit 261,4 Millionen Franken um 26 Prozent über dem Wert des Vorjahres, wie das Zürcher Institut am Montag mitteilte.

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Der Netto-Neugeldzufluss im Sechs-Monatszeitraum betrug 3,4 Milliarden Franken nach 5,5 Milliraden im Vorjahreszeitraum. Zum Semesterende verwaltete Bär Vermögen in der Höhe von 217,7 Milliarden Franken gegenüber 220 Milliarden Franken per Ende April 2013. Aus der IWM-Integration sind dem Vermögensverwalter im ersten Semester bisher insgesamt Kundenvermögen in der Höhe von 24 Milliarden Franken zugeflossen.

Effizienz gesteigert

Der Betriebsertrag erhöhte sich in den ersten sechs Monaten 2013 um 25 Prozent auf 1,01 Milliarden Franken. Der Geschäftsaufwand stieg um 24 Prozent auf 758,0 Millionen Franken. Darin enthalten sind auch Kosten in Höhe von 16 Millionen Franken im Zusammenhang mit der US-Steuersituation. Die Cost/Income Ratio verbesserte sich auf 69,3 Prozent, nachdem sie im Gesamtjahr 2012 noch bei 71 Prozent gelegen hatte.

Die Bruttomarge betrug im ersten Semester 102 Basispunkte und lag damit unter den 105 Basispunkten im Gesamtjahr 2012. Mit einer Tier 1 Ratio von 22,9 Prozent (Ende 2012: 29,3 Prozent) bleibt die Bär-Gruppe weiterhin gut kapitalisiert.

Mit den vorgelegten Zahlen hat der Vermögensverwalter die Konsenserwartungen bei den Gewinnzahlen übertroffen. Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Konzerngewinn von 244 Millionen Franken gerechnet. Der Betriebsertrag wurde bei 998,5 Millionen Franken erwartet und der Geschäftsaufwand bei 711,5 Millionen. Zudem hatten die Analysten den Neugeldzufluss im Schnitt bei 2,7 Milliarden Franken und das Kundenvermögen bei 225 Milliarden Franken prognostiziert.

Mehr Angestellte

Die Integration des IWM-Geschäfts geht laut der Mitteilung rasch vor. Nach Ende Juni 2013 seien weitere verwaltete Vermögen von IWM in Höhe von 22 Milliarden Franken an Bär übertragen worden, heisst es. Damit lägen die gesamthaft ausgewiesenen verwalteten IWM-Vermögen bei 47 Milliarden Franken, wovon 19 Milliarden Franken auf den Plattformen von Julius Bär verbucht und bezahlt wurden. Mit den Transfers im Juli hat sich laut den Angaben die Gesamtzahl der Mitarbeitenden von IWM bei Julius Bär auf 1'005 Vollzeitstellen erhöht.

Die Gruppe bekräftigt ihr Ziel, bis Januar 2015 zwischen 57 und 72 Milliarden Franken der verwalteten Vermögen von IWM zu erwerben. Von diesem anvisierten Zielbereich sollen bis Ende 2013 80 Prozent in den Büchern ausgewiesen und 70 Prozent auf den Plattformen von Julius Bär gebucht und bezahlt sein. Gleichzeitig hebt Bär aber auch die Schätzung für die Transaktions-, Integrations- und Restrukturierungskosten auf rund 455 Millionen Franken auf rund 400 Millionen Franken an. An allen anderen IWM-bezogenen Zielen hält die Bank fest.

(tke/jev/awp)