Der Vermögensverwalter Julius Bär hat in den ersten vier Monaten 2016 die verwalteten Vermögen auf einen neuen Höchstwert von 305 Milliarden Franken erhöht, dies nach 300 Milliarden Franken per Ende 2015. Dabei profitierte die Gruppe von der erstmaligen Konsolidierung der italienischen Vermögensverwalterin Kairos. Bei einem deutlichen Anstieg der Zahl an Kundenberatern hat sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis verschlechtert. Nun werden noch weitere Einsparungen angestrebt.

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Die Netto-Neugeldzuflüsse lagen auf annualisierter Basis bei unter 3 Prozent und damit unter dem Zielwert. Die Bank begründet dies mit dem «anhaltend gedrückten Momentum» in Osteuropa und Lateinamerika, einem «Deleveraging durch Kunden in Asien» sowie mit den Selbstdeklarationen in Frankreich und Italien. Sie rechnet dennoch damit, den selbst gesetzten Zielbereich von 4 bis 6 Prozent im Gesamtjahr noch zu erreichen.

Kundenhandel leicht verbessert

Dank der auf Anfang April erfolgte Konsolidierung der Kairos Investment Management flossen verwaltete Vermögen von knapp 9 Milliarden Franken zu. Beeinträchtigt wurden die Vermögen vor allem durch negative Währungseinflüsse - hauptsächlich durch die Frankenstärke gegenüber Dollar und britischem Pfund.

Die Bruttomarge lag in den ersten vier Monaten dank einer positiven Bewertungsanpassung von 39 Millionen Franken an Kairos bei 95 Basispunkten gegenüber 94 BP im Gesamtjahr 2015. Ohne die Anpassung hätte sich die Bruttomarge noch 91 BP betragen - was noch eine Verbesserung gegenüber dem 2. Halbjahr 2015 (88 BP) darstelle, wie Julius Bär betont. So habe sich vor allem der Kundenhandel leicht verbessert.

Neue Kundenberater

Durch Neueinstellungen verzeichnete Julius Bär einen Netto-Zuwachs von 30 Kundenberatern. Dies wirkte sich negativ auf die Cost/Income-Ratio aus, die leicht über den Zielbereich von 64 bis 68 Prozent anstieg. Die Investitionen in die Neueinstellung von Kundenberatern sollen bis weit in die zweite Jahreshälfte hinein fortgeführt werden, so die Bank.

Parallel dazu habe die Bank eine Reihe von Kostensenkungsmassnahmen definiert und teilweise bereits umgesetzt - diese sollen im restlichen Jahr 2016 zu Einsparungen von rund 50 Millionen Franken führen. Dies solle für 2016 eine Cost/Income Ratio «sehr nahe am mittelfristigen Zielbereich» ermöglichen.

Schätzungen leicht übertroffen

Mit den verwalteten Vermögen (AuM) hat Julius Bär die Schätzungen der Analysten leicht übertroffen. Diese hatten die AuM durchschnittlich bei 302,7 Milliarden Franken (AWP-Konsens) erwartet. Zudem hatten sie die Bruttomarge bei 89 Prozent und die Cost-Income-Ratio bei 69 Prozent prognostiziert. Die BIZ Kernkapitalquote (Tier 1) betrug per Ende April 17,1 Prozent (2015: 19,4 Prozent), die BIZ Gesamtkapitalquote 15,9 Prozent (18,3 Prozent). Weiterhin übertrifft die Gruppe damit ihre Zielwerte von 12 Prozent respektive 15 Prozent deutlich.

(awp/gku/ama)