Die britische Prominentenbank Coutts, zu deren Kunden die Queen und David Beckham gehören, könnte bald Teil der Bank Julius Bär werden. Im Interview mit dem «Sonntags Blick» zeigt Bär-Chef Boris Collardi reges Interesse: «Coutts muss ein Thema für uns sein, allein schon wegen des Namens und der Marke.»

Konkrete Gespräche mit der Coutts-Mutter Royal Bank of Scotland (RBS) hätten bislang zwar noch nicht stattgefunden. «Ich bin sicher, dass uns RBS kontaktieren wird, wenn sie sich entschieden hat, was mit Coutts passieren soll. Wir sind in der komfortablen Position, dass wir warten können. Es gibt nicht viele Banken, die ein Geschäft dieser Grösse integrieren können.»

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Keine Fusion mit der Credit Suisse

An einer Auktion werde Bär nicht teilnehmen, sagt Collardi. «So wird nur der Preis in die Höhe getrieben. Das ist Zeitverschwendung.» Die Gerüchte über eine Fusion mit der Credit Suisse seien hingegen ohne Grundlage, so Collardi weiter. «Zwischen uns läuft nichts. Viele unserer Kunden haben sehr negativ reagiert.»

Politisch spricht sich Collardi gegen die Bankgeheimnis-Initiative von Thomas Matter aus. «Seine Initiative würde ich nicht unterschreiben. Sie bringt uns nicht weiter.» Beim Finanzdienstleistungsgesetz Fidleg fordert Collardi Retouchen. Werde die Vorlage umgesetzt, führe dies zu einer «Amerikanisierung des schweizerischen Rechtssystems».

(gku)