Das von Julius Bär übernommene Geschäft ist derzeit nicht profitabel. Das Verhältnis von Kosten und Einnahmen beträgt laut Finanzchef Dieter Enkelmann 105 Prozent. Julius Bär muss tief in die Tasche greifen, damit das Geschäft später läuft.

Mit Investitionen von rund 400 Millionen Franken von Julius Bär und von gut 120 Millionen Franken durch die Bank of America, Mutterhaus von Merrill Lynch, soll das Geschäft aber bis 2015 profitabel gemacht werden, sagte Finanzchef Dieter Enkelmann der Nachrichtenagentur awp.

Die Differenz zwischen den derzeit 81 Milliarden Franken Vermögen, die das ausseramerikanische Geschäft von Merrill Lynch heute umfasst, und dem erwarteten Zuwachs der Vermögen bei Julius Bär zwischen 57 und 72 Milliarden Franken erklärt Enkelmann mit der Komplexität des Geschäfts.

Normalerweise rechne man beim Transfer von verwalteten Vermögen damit, dass 3 bis 10 Prozent der Kundengelder abgezogen würden. Julius Bär geht beim aktuellen Kauf von einem Vermögensabfluss von 10 Prozent aus. Dies ergäbe ein Zuwachs der verwalteten Vermögen um 72 Milliarden Franken.

Ein Teil der Kundenberater bei Merrill Lynch - Enkelmann spricht von rund der Hälfte - müsse zudem aktiv entscheiden, ob sie zu Julius Bär wechseln wollten oder nicht. Mit den Kundenberatern, welche verloren gingen, fliesse dann auch Geld ab, so Enkelmann.

Julius Bärs Konzernchef Boris Collardi geht indessen davon aus, dass die Transaktion mit einem US-Bankhaus die Stellung der Bank im schweizerisch-amerikanischen Steuerstreit nicht negativ beeinflusst. Zum einen müsse Sorgfalt angewendet werden, zum anderen kooperiere die Bank "sehr gut" mit den US-Behörden.

Anzeige

(laf/awp)