Die Privatbank Julius Bär hat die Zurückhaltung ihrer Kunden angesichts des unsicheren weltpolitischen Umfelds zu spüren bekommen. In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres sanken die Bruttomargen auf 87 Basispunkte von 91 Basispunkten im ersten Halbjahr, wie der Zürcher Vermögensverwalter am Dienstag mitteilte. Insbesondere im Sommerquartal hätten die Kunden weniger gehandelt, während die Volumen im Oktober wieder angezogen hätten. Auch andere Schweizer Vermögensverwalter hatten das zuletzt zu spüren bekommen.

Bei der reichen Kundschaft sammelte Bär weitere Gelder ein: Das Nettoneugeldwachstum lag bei knapp 5 Prozent und damit weiterhin in der Zielbandbreite von 4 bis 6 Prozent des Bestands. Alle Regionen verbuchten Nettozuflüsse, wobei die Beiträge von Kunden mit Domizil Asien, Grossbritannien und Deutschland besonders hoch ausfielen.

Die verwalteten Vermögen stiegen insgesamt auf 395 Milliarden Franken. Dies entspricht einer Zunahme von 6 Milliarden oder 2 Prozent seit Jahresbeginn. Per Mitte Jahr hatte das Institut allerdings noch 400 Milliarden ausgewiesen.

Mit den verwalteten Vermögen hat der Vermögensverwalter die Erwartungen am Markt verfehlt. Die Analysten hatten die Kundenvermögen bei 398 Milliarden Franken erwartet. Den Neugeldzufluss erwarteten sie bei 5 Prozent und die Bruttomarge bei 89 Basispunkten.

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(awp/ise/mlo)