Der Schliess- und Sicherheitstechnikkonzern Kaba hat das Geschäftsjahr 2012/13 (per 30. Juni) erwartungsgemäss mit einem geringeren Konzerngewinn von 85,5 Millionen Franken abgeschlossen. Im Vorjahr hatte der Gewinn noch bei 88,3 Millionen Franken gelegen.

Das Ergebnis prägten die Folgen der Wechselkurse für Löhne im Ausland, höhere Belastungen für die Vorsorge der Mitarbeiter und ein gestiegener übriger Betriebsaufwand. Das mit dem Vorjahr vergleichbare Betriebsresultat fiel mit 118,5 Millionen Franken um 1,6 Millinen Franken tiefer aus.

Der konsolidierte Umsatz stieg hingegen leicht um 1,8 Prozent auf 964,3 Millionen Franken. Die Verkäufe waren indessen positiv beeinflusst von der Entwicklung der Wechselkurse, wie Finanzchef Beat Malacarne am Montag vor den Medien in Zürich sagte. Hätten die Hauptkundenwährungen Euro und Dollar zum Franken nicht zugelegt, wäre der Umsatz um 1 Prozent gesunken.

Erholung im Frühling

Mit einer Ebitda-Marge von 15,6 Prozent (Vorjahr: 16 Prozent) steht Kaba vergleichsweise stark da. Die Bilanz des Unternehmens ist sehr robust: Die Nettoverschuldung konnte abgebaut werden und die Firma kann sich auf einen Eigenfinanzierungsgrad von 61,5 Prozent (nach 57,8 Prozent im Geschäftsjahr davor) stützen.

Die ersten drei Quartale, im Falle von Kaba ist das die Periode von Juli bis März, seien eher schwach gewesen, sagte Konzernchef Riet Cadonau. Kaba spürte wie viele Unternehmen die Rezession in Südeuropa. Aber auch Nordeuropäer hätten geschwächelt, erst im vierten Quartal sei es besser geworden. Gut lief das Geschäft in der Schweiz und in Deutschland.

«In Amerika hatten wir eine unerwartete Abkühlung», sagte Cadonau weiter. Unter anderem waren Budgetunsicherheiten der öffentlichen Hand, die in den USA ein wichtiger Kunde ist, ein Grund. Aber auch auf der anderen Seite des Atlantiks habe das Geschäft im Frühling wieder an Fahrt gewonnen.

Enttäuschung in Asien

Das Asien-Geschäft läuft derzeit nicht so, wie sich dies der Konzern vorstellt, weil das Wachstum ausbleibt. «Wir haben jetzt einen Wachstumsplan definiert», sagte Cadonau. Neben der Steigerung der Verkäufe und dem Versuch, die Preise besser durchsetzen zu können, hat Kaba klar Zukäufe im Visier.

Kaba hat bisher aber nur kleinere Unternehmen übernommen. Der Kauf der kolumbianischen Flexon Llaves im Februar unternahm der Konzern als Zulieferer für Schliesssysteme von Autos: «Wir konnten hier den südamerikanischen Markt der Automobilhersteller abdecken», sagte Cadonau. In China richte man das Geschäft ähnlich aus.

Übernahmen als Ziel

Im August unterschrieb Kaba den Kaufvertrag für Shenzen Probuck Technologies in China. Dieses Unternehmen hat Schlösser mit Fingerabdruckerkennung entwickelt. In den Schwellenländern seien ein lokales Verkaufsnetz, Produkte für den lokalen Markt und ein lokales Management wichtig, sagte Cadonau. Dies sei mit Shenzen Probuck erfüllt.

Der Kauf von Unternehmen in den Schwellenländern sei eine Herausforderung, sagte der Konzernchef weiter. In Frage kämen nur gesunde Unternehmen mit verlässlichem Geschäftsprofil. Dies zu finden sei nicht einfach. Grössere Firmen stünden indessen schlicht nicht zum Verkauf.

Cadonau will die Kosten im Blick behalten, aber dabei das Wachstum nicht vernachlässigen. Im laufenden Geschäftsjahr seien wiederum Investitionen von zwischen 25 und 30 Millionen Franken zu erwarten. Aus Sicht der Credit-Suisse-Analysten sind die Aussichten für Kaba in den Schwellenländern aber unklar. Bei der Bank Vontobel merkt man an, dass der viel grössere Rivale Assa Abloy aus Schweden Kaba bei Bieterkämpfen übertrumpfen könnte.

(sda/chb/rcv)

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