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Luftfahrt
Käufer ganz heiss auf neuen Überschall-Jet für Manager

Der Flieger ist noch längt nicht im Bau, aber schon sind 20 Maschinen verkauft. Damit startet der Überschall-Jet AS2 für Geschäftsleute von Aerion und Airbus erfolgreich.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 18.11.2015

Der Entscheid über die Produktionsstätte ist noch nicht gefallen, da ist der erste Grossauftrag bereits im Kasten: Es ist ein vielversprechender Start für den weltweit ersten Überschall-Jet Aerion AS2. Gleich 20 Stück haben die Lenker der Business-Airline Flexjet geordert. Konzernchef Ken Ricci sagt: «Wir haben uns die Entwicklung der Technologie genau angeschaut, Aerion und Airbus machen bei der Entwicklung des AS2 beeindruckende Fortschritte.»

Aerion hat 2014 mit der Entwicklung des Business-Überschalljets begonnen und war von Anfang selbstbewusst, was die Zukunft des Fliegers anbelangt. «Für uns ist es keine Frage, ob es klappt, sondern nur, wann», sagte Airlinegründer  und Milliardär Richard Bass vergangenes Jahr gegenüber «Aviation International News TV». Zu jenem Zeitpunkt hatte Luftfahrtriese Airbus gerade beschlossen, das Projekt zu unterstützen

Drei Stunden weniger von Frankfurt nach Washington

Vielbeschäftigten Managern kann der AS2 viel Zeit sparen: Der Überschall-Jet braucht beim Flug von Frankfurt nach Washington, D.C. zum Beispiel rund drei Stunden weniger Flugzeit. Längere Transpazifikreisen sollen sogar um mehr als sechs Stunden verkürzt werden. Seine Spitzengeschwindigkeit liegt nach Angaben der Erbauer bei 1,5facher Schallgeschwindigkeit oder 1850 Kilometer pro Stunde. Bass sagt: «Der AS2 hat zwei Vorteile: Er ist schnell, kann aber Business-Airports anfliegen.» Bis zu zwölf Passagiere kann das Flugzeug transportieren.

Bis der dreistrahlige Jet in die Luft aufsteigt, dauert es noch etwas: Im kommenden Jahr soll der Bau begonnen werden, 2021 dann der erste Flug erfolgen. Der Erstflugtermin liegt damit zwei Jahre später als noch beim Einstieg von Airbus im vergangenen Jahr angekündigt. Die Auslieferung ist für 2023 geplant.

Airbus liefert grosse Teile des Flugzeugs

Airbus soll dabei grosse Teile des Flugzeugs liefern, die Endmontage will Aerion selbst vornehmen. Mit dem Bau der Fabrik will das Unternehmen im Jahr 2018 beginnen. Als Fläche werden 40 Hektar in der Nähe eines Flughafens in den USA benötigt.
Der Markt für zivile Überschallflugzeuge ist seit dem Betriebsende der Concorde im Jahr 2003 verwaist. Die Maschine, die vom französischen Airbus-Vorläufer Aérospatiale in den 1970er Jahren mitentwickelt wurde, hatte sich für die einzigen Betreiber British Airways und Air France angesichts ihres extrem hohen Treibstoffdursts als unrentabel erwiesen.

Laut Aerion gibt es inzwischen vorläufige Pläne unter anderem für Tragflächen aus Kohlenstofffasern, den Rumpf, Leitwerk und ein neuartiges, platzsparendes Fahrwerk. Die ersten Zulieferer sind den Angaben zufolge bereits ausgewählt, bis Mitte 2016 will Aerion über den Triebwerkshersteller entscheiden. Die Flugzeugkabine soll Inairvation entwickeln, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Technik und der österreichischen List GmbH.

Zweiter Überschall-Jet im Bau

Allerdings schläft die Konkurrenz nicht. In den USA arbeitet Spike Aerospace ebenfalls an einem Überschall-Passagierjet, der Supersonic Spike S-512. Das Flugzeug für bis zu 18 Passagiere soll ebenfalls Anfang der 2020er Jahre erstmals ausgeliefert werden.

Und auch für Airbus gibt es noch eine Alternative, sollte die Entwicklung des Überschall-Jets stoppen. In der Schublade hat der Konzern das Patent für eine Super-Concorde, die sogar mit zweifacher Schallgeschwindigkeit fliegen könnte.

(Mit Material von awp)

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