«Wir werden gegen Coop juristisch vorgehen» - mit diesen Worten hat ECC-Kaffekapseln-Produzent Jean-Paul Gaillard angekündigt, gegen Coop zu klagen.

Coop habe die Gespräche wegen seiner Grösse und Marktmacht platzen lassen können, was er nicht akzeptiere, sagte Gaillard. Der Detailhändler habe mündlich getroffene Vereinbarungen gebrochen.

Coop hatte kürzlich Zweifel angemeldet, ob die Kapseln von Gaillards Ethical Coffee Company (ECC) wie vom Hersteller deklariert biologisch abbaubar seien. Laut Gaillard waren die Vereinbarungen mit Coop vor dem Verhandlungsabbruch weit fortgeschritten und praktisch unterschriftsreif, was Coop allerdings bestreitet.

Streit mit Nestlé

Gaillards Unternehmen stellt Kaffeekapseln her, die in Nespresso-Maschinen von Nestlé passen. Das hat Gaillard bereits Rechtsstreitigkeiten mit den Nahrungsmittelmulti eingetragen.

Nach nur zwei Verkaufstagen zwang eine einstweilige Verfügung eines Waadtländer Gerichts die ECC-Vertriebspartner Media Markt und Saturn, die Kapseln am vergangenen Samstag wieder aus dem Verkauf zu nehmen. Nestlé will die 1986 lancierten Nespresso-Kapseln vor Nachahmern schützen.

Das Verbot widerspreche dem Recht des Konsumenten, seine Produkte frei zu wählen, sagte Gaillard.

Produktionsstandort Schweiz denkbar

Gaillard will sich zusammen mit den beiden Vertriebspartnern Media Markt und Saturn juristisch gegen die Rechtsklage von Nestlé wehren. In Frankreich ist ECC ebenfalls von Nestlé verklagt worden. Dort verkauft Gaillard die Kapseln über die Handelskette Casino.

Die Kapseln lässt Gaillard in Frankreich herstellen. Je nachdem, wie der Rechtsstreit mit Nestlé ausgehe, könne er sich auch einen Produktionssstandort in der Schweiz vorstellen, sagte Gaillard. Laut dem ECC-Chef sollen die Kapseln bald in ganz Europa verkauft werden.

(tno/sda)

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