Rieter strafft wegen des starken Frankens die Produktion am Standort Winterthur und baut Stellen ab. Teile der Fertigung werden an andere Standorte oder zu Lieferanten verlagert, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt. Damit ist auch ein Stellenabbau verbunden.

Das Konzept sieht den Abbau der Personalkapazität von rund 150 Stellen am Standort Winterthur vor. Darüber hinaus soll die Zahl der temporären Mitarbeitenden um 59 verringert werden. Per Ende September beschäftigte Rieter in Winterthur 855 Mitarbeitende, heisst es in der Mitteilung weiter.

Kündigungen «unumgänglich»

Ein Teil des Abbaus werde über Fluktuation und Frühpensionierungen auffangen, Kündigungen seien aber unumgänglich, schreibt Rieter weiter. Für diese gebe es einen Sozialplan, und der Konsultationsprozess mit der Arbeitnehmervertretung beginne heute.

Das Unternehmen will sich in Winterthur auf die Montage von Maschinen konzentrieren. Die spanende Bearbeitung und die Blechbearbeitung werden aufgegeben und werden von anderen Rieter-Standorten und Lieferanten übernommen. Die verbleibende Produktion wird in einem Gebäude zusammengefasst.

Weniger Einkäufe in der Schweiz

Zudem soll das Einkaufsvolumen in der Schweiz verringert werden. Die Massnahmen sollen ab 2017 eine Kostensenkung von 15 bis 20 Millionen Franken erreicht werden. Die notwendigen Investitionen werden im einstelligen Millionenbereich erwartet.

Die heute in Winterthur produzierten Maschinen sollen auch weiterhin in Winterthur montiert und getestet werden. Das Konzept sieht vor, sie weiter mit Schweizer Ursprung anzubieten.

Weniger Bestelllungen bis Ende September

Zudem hat Rieter einen Bestellungseingang per Ende September von 587,1 Millionen Franken gemeldet. Im Vorjahr betrug dieser Wert rund 900 Millionen Franken.

Besonders erfreulich sei im dritten Quartal jedoch der Bestellungseingang des Geschäftsbereichs Components im Umfang von 68,2 Millionen Franken gewesen. Positiv entwickelt habe sich auch die Nachfragedynamik im Geschäftsbereich After Sales mit einem Bestellungseingang von 32,3 Millionen Franken.

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Ausblick bestätigt

Die geringe Nachfrage nach Neumaschinen im dritten Quartal führte auf der anderen Seite zu einem Bestellungseingang im Geschäftsbereich Machines & Systems von 98,3 Millionen Franken. Rieter werde auf die daraus resultierende niedrige Auslastung am Standort Winterthur reagieren, heisst es weiter. Entsprechende Massnahmen zur temporären Anpassung der Arbeitszeiten sind in Planung.

Der bisherige Ausblick vom Juli wird bestätigt. Danach erwartet Rieter Umsatz, EBIT und Reingewinn unter dem Vorjahr. Beim Bestellungseingang wird kurzfristig «keine wesentliche Veränderung der Marktsituation» erwartet.

(awp/mbü/ise)