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Kampf dem Krebs

Dr. Daniel Koller (Head Investment Team BB Biotech)Biotecham 26.06.2017

Auch dieses Jahr dominierten Ansätze zur Immuntherapie den weltweit grössten Fachkongress der Krebsmedizin ASCO. Einige der vielversprechendsten Kandidaten befinden sich im Portfolio der BB Biotech.

Die alljährlich im Juni stattfindende Konferenz der American Society for Clinical Oncology (ASCO) ist für Wissenschaftler, Mediziner und Investoren der weltweit wichtigste Fachkongress für die Krebsforschung. Rund 30 000 Teilnehmer folgten in Chicago den mehr als 5000 Vorträgen und Präsentationen. Für das Investment Team von BB Biotech war auch die ASCO-Konferenz 2017 das Schlüsselevent zur Jahresmitte, um die Präsentationen der eigenen Portfoliofirmen wie auch die aktuell „heissen“ wissenschaftlichen Diskussionen in der Krebsmedizin zu verfolgen.

Mit Immuntherapien gegen Tumorzellen

Wie im Vorjahr waren die klinischen Fortschritte mit Immuntherapien das wichtigste Gesprächsthema. Verschiedene molekulare Ansätze aktivieren das körpereigene Immunsystem, die Tumorzellen zu identifizieren und auszuschalten. Entscheidend ist hier, die Immunzellen auf Antigene, also geeignete Angriffspunkte der Tumorzellen, zu programmieren. So heben Checkpointinhibitoren zentrale Mechanismen der Immun-unterdrückung auf, mit denen es den Tumorzellen gelingt, sich der Enttarnung durch die körpereigenen T-Zellen zu entziehen. Nach der Zulassung der ersten Substanzen aus dieser Medikamentenklasse geht es jetzt darum, in Kombination mit anderen immunonkologischen Verfahren die Wirkung zu optimieren.

Klinische Fortschritte auf Basis von Car-T-Zellen

Unter den neuen gentherapeutischen Verfahren verzeichneten zuletzt vor allem Wirkstoffe auf der Basis der sogenannten chimärischen Antigenrezeptoren-T-Zellen (CAR-T) eine Reihe von klinischen Fortschritten. Dabei werden die T-Zellen auf die direkte Zerstörung der Tumore ausgerichtet. Um dieses Ziel zu erreichen, werden den Patienten aus dem Blut T-Zellen entnommen, im Labor genetisch verändert, vermehrt und dann wieder per Infusion verabreicht. Die „aufgeladenen“ Immunzellen erkennen die Tumorzellen und greifen diese an. Das Hauptproblem dieses Ansatzes besteht darin, dass die veränderten T-Zellen das Immunsystem zu sehr anregen können. Dadurch kann es zum Zytokin-Freisetzungssyndrom kommen, bei dem sich die T-Zellen auch gegen körpereigene natürliche B-Lymphozyten richten. Diese Immunzellen produzieren Antikörper, die den Körper vor Infektionen schützen.

Ausblick

In Zeiten, in denen die politischen Debatten um Arzneimittelpreise und deren staatliche Finanzierung zunehmen, beginnen auch Heilmittel gegen Krebs einer pharmaökonomisch getriebenen Preispolitik unterworfen zu werden. Gleichwohl werden in der Onkologie forschende Biotech-Firmen grössere Spielräume bei der Preisgestaltung haben, solange neu zugelassene Produkte ihren hohen medizinischen Nutzen im Hinblick auf längere Überlebensdauer und verbesserte Lebensqualität der Patienten in klinischen Studien beweisen. 

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