Der Brauerei-Riese Anheuser-Busch InBev bereitet laut einem Zeitungsbericht ein Übernahmeangebot für den Rivalen SAB Miller vor. Wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf einen Insider berichtet, berät sich der weltgrösste Brauer mit Banken, wie eine solche rund 75 Milliarden Pfund (94,3 Milliarden Euro) schwere Übernahme zu stemmen sei. Es gebe noch keine direkten Gespräche zwischen der Nummer eins und der Nummer zwei der Branche, schreibt das Blatt. Denn der Beck's-Brauer AB Inbev wolle vor einer offiziellen Offerte die mögliche Finanzierung unter Dach und Fach bringen.

SAB Miller will Heineken kaufen

SAB Miller scheint allerdings keine Lust darauf zu haben, aufgekauft zu werden. Denn der Konzern mit Hauptsitz in Grossbritannien hat seinerseits Heineken ein Übernahmeangebot gemacht. Doch auch Heineken will eigenständig bleiben und hat das Angebot von SAB Miller abgelehnt. Heineken sei nicht zu kaufen, geht aus einer Erklärung des Konzerns in Amsterdam hervor. Die Familie und Heineken seien davon überzeugt, dass das Unternehmen weiter wachsen werde, heisst es in dem Schreiben. Die Nachkommen des Brauerei-Gründers Gerard Adriaan Heineken wollten «das Erbe und die Identität von Heineken als unabhängiges Unternehmen bewahren». Die Familie, die den Konzern kontrolliert, sei davon überzeugt, dass Heineken weiter wachsen werde.

Schweizer Brauereien betroffen

Laut «Wall Street Journal» will sich SAB Miller von dieser ersten Abfuhr aber nicht stoppen lassen und denkt über ein höheres Angebot an die Niederländer nach. Von einer möglichen Übernahme Heinekens wären auch Brauereien in der Schweiz betroffen. Traditionsbetriebe wie Eichhof, Calanda, Haldengut und Ittinger gehören zum Niederländischen Konzern.

(awp/ama/chb)