Das Technologiepublikum konzentriert sich gegenwärtig auf das neue Netbook von Nokia, das chinesische Dell-Phone und spekuliert über die neuen Dinge, die Apple am 9. September präsentieren könnte. Laut einem Bericht des «Wall Street Journal» dürfte es an diesem Tag aufgefrischte iPods geben – die Verkäufe sind hier im Schatten des iPhone-Erfolges massiv eingebrochen – sowie neue Features zu iTunes. Ein Tablet-Notebook ist laut Analysten erst für Anfang 2010 zu erwarten.



Hinter den Kulissen streiten sich wichtige Player in der Industrie über die Frage, ob Voice-Verkehr, der über VoIP-Applikationen auf Smartphones generiert wird, auf dem Datenkanal der Handies übertragen werden darf.

Nachdem Apple sich geweigert hatte, Google Voice und weitere Applikationen auf den iPhones, die über die normalen Apple-Stores verkauft werden, zuzulassen, liess sich die US-Fernmeldeaufsicht FCC im Juli diesen Jahres von allen Beteiligten den Sachverhalt näher erklären. Das FCC wollte vor allem wissen, wie der Apple-Entscheid zustande gekommen war und welche Rolle dabei der Netzbetreiber AT&T gespielt hatte.

Ende letzter Woche reagierten Apple und AT&T. Beide wiesen gegenüber dem FCC die Verdachtsmomente zurück, sie hätten sich auf eine gemeinsame Linie verständigt, um die Google-Voice-Applikation von den AT&T-Netzen und den iPhones fernzuhalten. Apple sagte zudem, man studiere die Möglichkeit, Google Voice auf dem iPhone zu installieren, aber es gebe Probleme, weil sich durch die Google-Bedienungsoberfläche die Bedienung des iPhones komplett ändere und sich Fragen zur Privatsphäre der Kunden stellten. Bis eine offizielle Apple-Version zugelassen würde, steht es Kunden somit weiterhin frei, sich eine Google-Voice-Version aus dem Internet herunter zu laden und auf dem iPhone zu installieren.



Google seinerseits ist etwas wolkig geblieben, als es gegenüber dem FCC darum ging, die exakte Funktionsweise der eigenen Voice-Applikation zu schildern. Sie soll Sprache und Text integrieren, ohne auf die gängigen separaten Kommunikationskanäle von Handies (beispielsweise für SMS usw.) zuzugreifen. Laut Analysten lässt sich aber auch via Googles Android-Handy-OS ein unerwünschter VoIP-Service durch einen Netzbetreiber unterdrücken. Weil die Sache auch für Google delikat ist, hatte man über die FCC-Angelegenheit den Schleier der Vertraulichkeit legen wollen. Es gab deshalb bisher dazu auch kaum Medienberichte.



Immerhin räumten Apple und AT&T ein, dass sie sich bereits früher darauf verständigt hatten, dass eine VoIP-Lösung inklusive Skype über Apples iPhone und das AT&T-Netz laufen darf, wenn der Netzbetreiber nicht sein grünes Licht gibt. Ohne ein solches Arrangement hätte AT&T die iPhones nicht so günstig abgeben können. 
 

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