Die Performance der Pensionskassen fällt speziell in Zeiten mit einer hohen Volatilität an den Aktienmärkten äusserst unterschiedlich aus. Bereits im letzten Jahr ergab sich wegen der teils massiven Kurseinbussen an den Börsen ein gemischtes Bild in den Erfolgsausweisen der Vorsorgeeinrichtungen. Zwar präsentiert sich der vom Schweizerischen Pensionskassenverband (ASIP) durchgeführte Vergleich mit einer mittleren Performance von 1,8% auf dem Gesamtportfolio ganz respektabel, auffällig ist aber die grosse Streuung bei der Rendite zwischen –0,6 und 4%. Das zeigt auf, wie wichtig die jeweils gewählten Anlagestrategien sind. Der Performancevergleich mit 74 Pensionskassen und einem Vermögen von 176 Mrd Fr. erhellt die starke Fokussierung auf Aktien und Obligationen, die bei der Asset-Allokation rund vier Fünftel einnehmen.

Mit hohen Aktienportfolios haben die Vorsorgeeinrichtungen in den vergangenen fünf Jahren ihre Renditen teils massiv gesteigert. Über diese Zeitperiode hinweg beläuft sich die mittlere Performance auf knapp 7%. Ähnliche Werte sind in der nahen Zukunft nicht zu erwarten. Das zeichnet sich bereits seit dem 2. Halbjahr 2007 ab. Die Kurseinbrüche waren mit –6,1% bei den europäischen Aktien besonders ausgeprägt. Demgegenüber wurde im gleichen Zeitabschnitt mit Risikopapieren aus den Schwellenländern eine Performance von 7,8% erzielt.

Verluste beim BVG-Index

Die Subprime-Krise schien noch im letzten November nur eine geringe direkte Wirkung auf die Vorsorgeeinrichtungen zu haben. Der von Lusenti Partners durchgeführte Swiss Institutional Survey, bei dem sich 146 Institutionelle mit einem Gesamtvermögen von 212 Mrd Fr. beteiligten, registrierte kaum Performance-Ausfälle aufgrund der amerikanischen Ramschhypotheken. Die Obligationenportefeuilles sind mehrheitlich konservativ konzipiert, womit die gefährdeten Collateralized Debt Obligations (CDO) und Collateralized Loan Obligations (CLO) weitestgehend fehlen. Mittlerweile sind aber hohe Abschreibungen und gar Konkursgefährdungen bei grossen Bankinstituten (UBS, CS, Bear Stearns) bekannt geworden, die für eine überdurchschnittliche Kurskorrektur bei den Financials sorgten. Die massiven Verluste der BVG-Indices bis Ende März 2008 von 5 bis 12% machen klar, dass die US-Hypothekenkrise mittlerweile praktisch sämtliche Finanzmärkte weltweit erfasst hat.

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Trotz dieser Verschlechterung an den Finanzmärkten muss der langfristige Anlagehorizont im Auge behalten werden. Gute und schlechte Performanceausweise gleichen sich über eine längere Zeitperiode aus. Es sind aber nicht nur die erzielten Erträge, die für das Ergebnis unter dem Strich sorgen, auch die Eigenschaft der Vorsorgeinstitution und die Administrationskosten beeinflussen die Performance. Eine Studie der Universität St. Gallen geht der Frage nach, ob zwischen den Eigenschaften, wie zum Beispiel der Grösse oder dem Primat (Leistung/Beitrag) der Kasse, und der Performance und den Kosten ein Zusammenhang besteht.

Die Untersuchung stützt sich auf Daten, die von Swisscanto aus den Pensionskassenumfragen der Jahre 2004 bis 2006 zur Verfügung gestellt wurden. Professor Manuel Ammann vom Schweizerischen Institut für Banken und Finanzen kam dabei zu teils unerwarteten Ergebnissen. So haben die Administrationskosten keinen signifikanten Einfluss auf die Performance, ganz im Gegensatz zu den Vermögensverwaltungskosten.

Entsprechend empfiehlt der St. Galler Finanzmarktexperte den Pensionskassen, dem Aufwand für die Vermögensverwaltung mehr Beachtung zu schenken: «Der Mehrwert von teureren aktiven Anlagestrategien ist kritisch zu hinterfragen.»

Passiver Anlagestil

Interessant ist auch, dass kleinere Pensionskassen gemäss der Studie leicht besser abschneiden als grosse Pensionskassen. Professor Ammann bringt dies in Verbindung mit dem passiven Anlagestil von kleineren Vorsorgeeinrichtungen. Eine frühere Untersuchung seines Hochschulinstituts habe gezeigt, dass kleinere Pensionskassen häufiger auf kollektive Anlageinstrumente wie etwa Anlagestiftungen setzen, welche tendenziell passiver investieren. Dies bedeute allerdings nicht, dass es einzelnen Portfoliomanagern nicht gelingen könne, eine markante Outperformance zu erzielen. Zudem zeigt die Studie, dass Pensionskassen mit einem Beitragsprimat eine höhere Performance erzielen als solche mit einem Leistungsprimat. Auch der Deckungsgrad beeinflusst die Wertschöpfung einer Vorsorgeeinrichtung. Kassen mit höheren Reserven können eine riskantere Anlagestrategie fahren und entsprechend höhere Erträge generieren. Demgegenüber zeigt die Untersuchung, dass öffentlich-rechtliche Pensionskassen nicht von den grösseren Freiheitsgraden dank staatlichen Garantien profitieren können.

Nachdem das BVG-Geschäft für die privaten Versicherer über längere Zeit hinweg wenig attraktiv erschien, bemühen sie sich jetzt wieder um einen Ausbau dieser Sparte. Mit höheren Zinsen sowie tieferen Prämien und Gebühren versuchen aggressive Anbieter bei der beruflichen Vorsorge zu punkten. Für kleinere und mittlere Unternehmen lohnt es sich, die unterschiedlichen Konditionen zu vergleichen (siehe Kasten). Es gilt die Prämienbelastung für die Mitarbeiter den Angeboten von anderen Vorsorgeeinrichtungen gegenüberzustellen. In der jüngsten Vergangenheit erlebten vor allem die autonomen Sammelstiftungen wegen der günstigeren Konditionen einen regen Zulauf. Nun versuchen die Lebensversicherer mit niedrigeren Risiko- und Kostentarifen verloren gegangenes Terrain wieder gutzumachen.