Die Privatbank Hyposwiss in Genf ist von einem kanadischen Kunden eingeklagt worden, der von der Bank eine detaillierte Aufstellung seiner Vermögenswerte verlangt. Gemäss einem Artikel der Zeitung «Le Temps» vom Dienstag soll ihm das Vermögensverwaltungsinstitut dies verweigert haben. Der fragliche Wert der Anlagen belaufe sich auf über 12 Millionen Franken.

Der langjährige Kunde hat laut dem Zeitungsartikel auf Anraten der Bank Gelder in Immobilienprojekte in Kanada, Grossbritannien und der Schweiz investiert. Für diese habe es die Bank unterlassen, Gewinne, Dividenden und andere Erträge zu verbuchen, zudem verweigere sie unter Verweis auf einen Darlehensvertrag die Rückgabe der Gelder.

Hyposwiss weist Vorwürfe zurück

Nach über einem Jahr an erfolglosen Versuchen, den Stand seines Vermögens und die genauen Geldflüsse in Erfahrung zu bringen, habe der Kunde seine Hyposwiss-Konten geschlossen und juristische Schritte gegen das Institut eingeleitet, heisst es weiter. Hyposwiss habe dem Kunden aber nur eine «lückenhafte» Dokumentation geliefert, wie seine Anwälte geltend machen. Das Institut bestreitet die Vorwürfe allerdings klar und bezeichnet sie als «bar jeder Grundlage». Weitere Einzelheiten will Hyposwiss unter Berufung auf «strikte Vertraulichkeitsregeln» allerdings nicht nennen.

Die ehemalige Tochtergesellschaft der St. Galler Kantonalbank war Ende 2013 an die Vermögensverwaltungsgesellschaft Mirelis verkauft worden. Im vergangenen Jahr hatte sich Mirelis in eine Holding umgewandelt und den Namen Hyposwiss Private Bank Genf angenommen. Das Institut beschäftigt laut «Le Temps» in Genf und Lausanne rund 80 Mitarbeitende und verwaltet Vermögen in der Höhe von rund 4 Milliarden Franken.

(awp/ise)