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Ausgetrunken
Kanadische Brauerei streicht den Angestellten das Freibier

Fabrik von Labatt: Pensionierte Angestellte kommen nicht mehr in Genuss von Freibier. Keystone

Bislang erhielten pensionierte Angestellte der kanadischen Brauerei Labatt gratis Bier bis an ihr Lebensende. Nun sitzen sie bald auf dem Trockenen.

Von Marc Bürgi
am 18.11.2016

Wer beim kanadischen Bierhersteller Labatt arbeitet, profitiert heute von einer ungewöhnlichen Geste. Der Arbeitgeber versüsst seinen Angestellten nach der Pensionierung den Lebensabend mit Freibier. Doch mit dieser Grosszügigkeit ist bald Schluss: Ab Anfang 2019 wird die Leistung abgeschafft, wie verschiedene Medien berichten.

Labatt begründete den Schritt mit den steigenden Kosten für Sozialleistungen und die Gesundheitsvorsorge. Bei den Gewerkschaften stösst dies aber auf kein Verständnis: «In Bezug auf die Geschäftskosten ist das ein ganz kleine Sache», sagte ein Vertreter der Gewerkschaft SEIU dem Sender CBC. Das Freibier sei eine kleine, aber wichtige Geste gewesen, erklärte ein anderer Gewerkschafter der «New York Times».

Lieferung über den Tod hinaus

Die Lieferung von Gratisbier war für die rund 3000 Angestellten  von Labatt je nach Standort unterschiedlich geregelt. Im Werk in Edmonton erhielten die Ex-Angestellten beispielsweise jährlich einen Geschenkgutschein für 52 Bierkartons – einen Karton à 12 Flaschen pro Woche. Nach dem Tod ging dieses Privileg an den Ehepartner über.

Laut den Gewerkschaftern war das Freibier eine alte Tradition bei dem Konzern. Labatt ist seit einigen Jahren aber nicht mehr eigenständig, sondern gehört dem weltgrössten Braukonzern Anheuser-Busch InBev. Die enttäuschten Angestellten von Labatt können sich mit einem Blick auf die Konkurrenz trösten: Molson, der kanadische Rivale von Labatt, hat das Freibier für die Angestellten bereits im Jahre 2009 abgeschafft.

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