Im Kanton Wallis sollen von heute 65 Poststellen 22 geschlossen werden. Die Walliser Regierung bedauert den Abbau und verlangt von den Verantwortlichen, Entlassungen zu vermeiden. Nach Gesprächen mit der Walliser Kantonsregierung präsentierte die Post die Eckwerte für das Postnetz im Bergkanton: Demnach garantiert der Gelbe Riese für 43 Poststellen, dass sie bis mindestens im Jahr 2020 bestehen bleiben. Gleichzeitig will die Post den Ausbau von bis zu elf weiteren Zugangsmöglichkeiten vorantreiben.

Sie prüft dabei Zugangspunkte für Geschäftskunden, Aufgabe- und Abholstellen sowie die Platzierung von My-Post-24-Automaten entlang der Mobilitätsströme, wie es in einer Mitteilung heisst. Den Prozess zur Zukunft der 22 nicht garantierten Poststellen soll nun in einer sorgfältigen Einzelfallprüfung angegangen werden.

Partnerfilialen im Fokus

An sechs weiteren Standorten stand die Post schon vor Oktober 2016 seit längerer Zeit im Dialog. Dort seien Lösungen gefunden worden, die bereits in den nächsten Monaten umgesetzt würden. Die Post strebe bei der Ausgestaltung ihres Netzes stets die beste postalische Versorgung für die Region mit einem Mix an Zugangspunkten an, heisst es dazu.

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Im Vordergrund stehe die Umsetzung von Partnerfilialen. Diese hätten den Vorteil, dass die Kunden von einem breiten Postangebot sowie von attraktiven Öffnungszeiten profitierten. Ersatzlose Schliessungen würden vermieden.

Post krebste zurück

Wie die Walliser Regierung am Dienstag bekanntgab, sah das ursprüngliche Projekt der Post vor, bis 2020 lediglich 25 Poststellen weiterzubetreiben. Nach einer Intervention der Regierung habe die Post ihre Pläne revidiert und sich verpflichtet, 43 traditionelle Poststellen bis mindestens 2020 beizubehalten.

Trotzdem bedauert die Walliser Regierung den erneut geplanten Abbau. Die Sicherstellung der Qualität des Service public hängt in ihren Augen eng mit zufriedenstellenden Lösungen für jede abgebaute Poststelle zusammen. So müssten unter anderem topografische Verhältnisse berücksichtigt werden, um weiterhin der gesamten Bevölkerung den Zugang zu den Postdienstleistungen zu garantieren.

Kritik von der Gewerkschaft

Die Walliser Regierung hat der Schweizerischen Post zudem ihr Bedauern über den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen mitgeteilt. Sie verlangt von der Direktion des Gelben Riesen, Entlassungen zu vermeiden und erwartet, dass die wirtschaftlichen und touristischen Interessen in den Bergregionen vermehrt berücksichtigt würden. Schliesslich müssten auch die Diskussionen im Bundesparlament betreffend die Zukunft des Poststellennetzes beachtet und die damit zusammenhängenden politischen Entscheide respektiert werden.

Die Gewerkschaft syndicom kritisierte am Dienstag in einem Communiqué ebenfalls, dass die Post die Entscheide der Politik ignoriere. Der Nationalrat habe vor drei Wochen deutlich gemacht, dass er weiterhin auf das volle Serviceangebot und ein gut ausgebautes Netz bestehe. Nach Angaben von syndicom hat die Post im Wallis seit November 2016 bereits vier Poststellen dichtgemacht.

(sda/cfr)