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Kantonalbanken noch wichtiger im Hypomarkt

Bau: Die Kantonalbanken schneiden sich ein grösseres Stück vom Kuchen ab. Keystone

In den letzten Jahren waren die Raiffeisenbanken die Überflieger am Hypothekarmarkt. Sie wuchsen deutlich über dem Markt. 2016 machten ihnen jedoch die Kantonalbanken zunehmend Konkurrenz.

Veröffentlicht am 29.06.2017

Die Kantonalbanken haben im Immobilienmarkt stark vom Hypothekenwachstum und dem Rückzug der Grossbanken profitiert. Die Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gegen eine Immobilienblase wirken offenbar. 2016 ist wie schon im Vorjahr das Hypothekenvolumen nicht mehr so stark gewachsen wie in den Jahren zuvor.

Mit 2,7 Prozent auf 948,5 Milliarden Franken fiel es nur noch halb so hoch aus wie zum Beispiel 2011, wie die aufgeschaltete Bankenstatistik 2016 der SNB zeigt. Dennoch konnten Kantonalbanken wie Raiffeisenbanken für das vergangene Jahr mit je rund 4,3 Prozent deutlich höhere Wachstumsraten melden. Der Grund dafür ist wie schon im Vorjahr der Rückzug der Grossbanken aus dem Hypothekargeschäft. Ende 2016 wiesen sie mit 160,5 Milliarden Franken ein um 0,3 Prozent tieferen Hypothekenbestand aus.

Regionalbanken profitierten nicht

Ihr Marktanteil hat sich entsprechend von 28,3 auf 27,5 Prozent reduziert, wobei die Grossbank in allen Marktregionen Marktanteile verloren haben. Die deutlichsten Rückgange verzeichneten UBS und Credit Suisse jedoch in den Ostschweizer Kantonen, in denen sie schon zuvor nur unterdurchschnittlich vertreten waren.

Die frei gewordenen Marktanteile und das Neuvolumen haben sich die Kantonalbanken und die Raiffeisenbanken unter sich aufgeteilt. Die Regionalbanken und die Sparkassen dagegen gingen leer aus. Sie konnten mit einem Volumenwachstum von 1,9 Prozent nur gerade ihren Marktanteil von knapp 10 Prozent halten.

Trend in fast allen Kantonen

Kantonal- und Raiffeisenbanken dagegen haben ihre Anteile weiter ausgebaut. Im Gegensatz zu den Vorjahren sind die Wachstums-Champions nicht mehr die Raiffeisen- sondern die Kantonalbanken. Sie haben ihren Marktanteil deutlich um 0,6 Prozentpunkte auf 26,2 Prozent ausgebaut. Die Raiffeisenbanken dagegen haben sich nur um 0,3 Prozentpunkte auf 17,4 Prozent verbessert.

Ein Grund dafür ist, dass die Kantonalbanken in fast allen Kantonen volumenmässig deutlich stärker zulegen konnte als die Raiffeisenbanken. Das traf insbesondere für diejenigen Kantonen mit grossem Hypothekarvolumen wie Zürich, Bern, Aargau, St. Gallen sowie dem Waadt zu. Eine Ausnahme bildet da der ländlich geprägte Kanton Wallis, in dem die Raiffeisenbanken auch beim Volumen die Kantonalbanken übertreffen konnte.

Grösse ist von Vorteil

Allgemein ist auffällig, dass Grösse bei der Akquisition von zusätzlichem Volumen meist von Vorteil ist. So erreichte die Raiffeisengruppe in allen Kantonen, in denen sie einen höheren Marktanteil als die Kantonalbanken hat, ein höheres zusätzliches Volumen als die Kantonalbanken. Das ist in den Kantonen Wallis, Jura und Solothurn der Fall. Das Tessin bildet dabei eine Ausnahme. Im Südkanton konnten die Kantonalbanken den Abstand zu Raiffeisen auch beim Volumen verkürzen.

Die Statistik zeigt zudem, dass Wachstumsraten allein irreführend sein können. So weist die Raiffeisengruppe zum Beispiel in den Kantonen Zürich, Basel-Stadt und Schaffhausen sehr hohe Wachstumsraten aus. Dies hat die Gruppe jedoch von einem tiefen Niveau aus erreicht. In all diesen Kantonen konnten die Kantonalbanken trotz meist tieferem Wachstum ihren Marktanteil mindestens so stark ausbauen wie die Raiffeisengruppe.

(sda/chb)

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