2009 hatte Emanuel Höhener vor dem Zürcher Bezirksgericht eine Klage wegen Ehrverletzung eingereicht. Im Visier des ehemaligen Chefs der Axpo-Tochter EG Laufenburg (EGL): Heinz Karrer, der neu als Economiesuisse-Präsident amten soll, und der seinerzeitige EGL-Finanzchef Andreas Rudolf.

Grund für den Gang zur Justiz waren Bestechungsvorwürfe. Laut Recherchen der «Handelszeitung» soll gemäss einem Axpo-Manager der Vorwurf die Runde gemacht haben, Höhener habe italienische Regionalpolitiker im Zusammenhang mit Kraftwerksprojekten mit mehreren hunderttausend Euro bestochen. Eine andere Quelle sprach im Artikel von einem System von Beraterverträgen, welche die EGL im südlichen Nachbarland unterhalten habe.

Weil sich Gerüchte um umstrittene Geschäftspraktiken hartnäckig gehalten hatten, ordnete der Axpo-Verwaltungsrat 2008 eine mehrmonatige externe Untersuchung an – ein Fehlverhalten der EGL in Italien konnte dabei nicht festgestellt werden. 

Verjährung des Delikts

«Im Rahmen des Ehrverletzungsprozesses geht es für meinen Mandaten darum, herauszufinden, wer die Gerüchte ursprünglich gestreut hat», liess sich Höheners Anwalt Mirko Roš Anfang 2013 in der «Handelszeitung» zitieren. Bereits damals war klar, dass das mutmassliche Delikt verjährt ist. 

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Für Höhener selbst sei die Sache aber erst abgeschlossen, wenn die Tinte auf den Gerichtsdokumenten trocken sei, hiess es damals aus seinem Umfeld. Nun bestätigt Anwalt Roš gegenüber handelszeitung.ch, dass es offensichtlich doch zu einer Annäherung der Parteien gekommen sei: Die Axpo Holding AG und der heutige Verwaltungsrat der Renova-Tochter Avela Energy hätten eine Vereinbarung zur Bereinigung von Meinungsverschiedenheiten geschlossen. «Über den Inhalt dieser Vereinbarung haben die Parteien Stillschweigen vereinbart», so Roš.