Schweizer Bankkunden sind möglicherweise über ihren Kontostand erschrocken. Im Zahlungsverkehr ist es zu einer landesweiten Panne gekommen. Alle Bezüge von Schweizer Karteninhabern am 21. Januar sind doppelt belastet worden. Der Finanzinfrastrukturanbieter SIX bestätigte entsprechende Informationen der Nachrichtenagentur sda. Es handle sich um einen Verarbeitungsfehler beim Abwickeln (Clearing) der Kartentransaktionen.

Die SIX sei in enger Zusammenarbeit mit den Banken daran, das Problem zu beheben und die Doppelbelastungen rückzuvergüten, erläuterte Unternehmenssprecher Alain Bichsel. Zur Zahl der betroffenen Karteninhaber oder zum Transaktionsvolumen äusserte er sich nicht.

1,67 Millionen Transaktionen pro Arbeitstag

Betroffen seien lediglich Debitkarten wie Maestro. Kreditkarten und Bankkarten hingegen nicht, hiess es am Mittag. Nicht betroffen sei auch das SIX Interbank Clearing, das Gemeinschaftswerk des Finanzplatzes Schweiz für den Zahlungsverkehr und die Zahlungssysteme. Damit werden Franken-Zahlungen in Echtzeit zwischen den Finanzinstituten abgewickelt.

2013 wurden über das gesamte SIC-System nach Angaben der SNB rund 420 Millionen Transaktionen abgewickelt. Im Durchschnitt waren es 1,67 Millionen Transaktionen pro Arbeitstag. Der durchschnittliche Tagesumsatz belief sich auf 127,2 Milliarden Franken. Hinzu kommen die Transaktionen zur Euro-Schnittstelle euroSIC. SIX Interbank Clearing erlässt auch operative Regelungen für den Zahlungsverkehr und vertritt den Finanzplatz international auf diesem Gebiet.

(sda/me/sim)
 

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