Gemäss einer Studie von Bain & Company wird bis 2020 weltweit die Hälfte aller neu zugelassenen Autos einen Elektroantrieb haben. Treiber des enormen Wachstums sind Kundenwünsche, fallende Batteriekosten, steigende Benzinpreise und Klimaschutzziele. Die Schweizer Zulieferer haben sich darauf vorbereitet und sehen im Elektroauto vor allem zusätzliches Potenzial.

Die Automobilindustrie ist nur ein Beispiel. Auch in anderen Industrien führt die technologische Entwicklung zu neuen Produkten - und in der Folge zu neuen Teilmärkten und Kundensegmenten. So auch in der Telekommunikation. Swisscom etwa investiert massiv in den Glasfaserausbau, weil die Nachfrage nach Bandbreite ungebrochen ist. Bereits heute sind über 12 500 Grossunternehmen und Geschäftshäuser direkt an das Glasfasernetz angeschlossen. Bis Ende 2015 sollen über 1 Million Haushalte erschlossen werden. Um schneller und kostengünstiger bauen zu können, hat Swisscom zusammen mit der Plumettaz SA, einer Spezialfirma für Kabelverlegung, einen weltweit einzigartigen Kabeleinzugsroboter entwickelt. Je nach Bedingungen können damit Tiefbauarbeiten beim Glasfaserausbau um bis zu 50 Prozent reduziert werden.

Die Industrie profitiert also direkt - und passt ihre Beschaffungsstrategien an. Dietmar Hauser etwa, der neue Beschaffungschef des Uzwiler Technologie-Konzerns Bühler, zeigt im Interview (Seite 77) auf, wohin die Reise geht: Nach traditioneller Methode liefern die Zulieferer die bestellte Ware bisher einzeln ab. Künftig werden sie aber ganze Bausätze liefern und damit das Aufgabenfeld der Beschaffer verändern: Sie werden zu Supply-Chain-Managern.

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Impulse dürften auch von der kommenden Swisstech ausgehen, Europas zentraler Messe der Zulieferindustrie. Weit über 500 Aussteller aus dem In- und Ausland werden an diesem Branchentreffpunkt für Einkäufer, Hersteller und Händler in Basel präsent sein. Gezeigt werden Komponenten und Systemlösungen aus der gesamten Wertschöpfungskette der Zulieferindustrie.

Die weitere Entwicklung für die Schweizer Industrie und Zulieferer hängt für Rolf Jaus, Geschäftsführer des Schweizerischen Verbandes für Materialwirtschaft und Einkauf (SVME), aber in hohem Masse vom konjunkturellen Verlauf in den Nachbarländern und der weltweiten wirtschaftlichen Situation ab. «Nach wie vor ist das Exportgeschäft die massgebende Komponente für die Schweizer Zulieferindustrie; umso wichtiger sind konkurrenzfähige Angebote, die nicht nur auf Innovation und Know-how basieren, sondern auch auf einer gesunden und stabilen internationalen Wirtschaftslage», so SVME-Direktor Jaus.