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Preiskampf
Kartoffelpreise wegen Fenaco unter Druck

Kartoffelernte: Mithilfe eines Vollernters wird in Kerzers im Oktober ein Feld abgeerntet.   Keystone

Der grösste Abnehmer für Schweizer Kartoffeln hat eigenhändig die Spielregeln geändert. Viele Bauern sind sauer und verunsichert. Es droht ein Abwärtstrend bei den Kartoffelpreisen.

Von Tobias Keller
am 26.03.2014

Was als Rösti, Pommes oder Gschwellti auf dem Teller landet, ist ein hartumkämpftes Business. Fenaco, die Dachgesellschaft von Landi, Volg und Co., hat laut einem Bericht des «Schweizer Bauer» eigenmächtig die Ankaufbedingungen für Kartoffeln geändert. «Ohne mit den Produzenten Rücksprache zu nehmen, hat die Fenaco kürzlich eine Kaliberanpassung nach oben und eine Preisreduktion bei den Sorten Ditta, Nicola und Erika beschlossen», schreibt die Zeitung.

Nachfrage sinkt im Frühjahr

Jetzt herrsche zwischen der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten (VSKP) und dem grössten Abnehmer von Kartoffeln dicke Luft. Kern der Verstimmung ist, dass Fenaco die festkochenden Kartoffelsorten neu in einem Spielraum von 30 – 70 Millimeter übernimmt (bisher 30 – 60 Millimeter). Wie der «Schweizer Bauer» schreibt, würden die Produzenten so «nur noch 89 Prozent des Swisspatat-Preises bezahlt (rund 5 Fr./100 kg weniger)» bekommen. Jörg Schär, Category Manager Frischkartoffeln bei der Fenaco begründet den Schritt im Artikel mit der sinkenden Nachfrage nach Raclette-Kartoffeln ab März (Kaliber 30 bis 42,5 mm). Mit der Kalibererhöhung will die Fenaco für die letzte Vermarktungsphase den Anteil an kleinen Kalibern verringern.

Produzentenverband wehrt sich

Absolut inakzeptabel ist dieses Vorgehen für Ruedi Fischer, Präsident der VSKP: « «Es kann nicht sein, dass ein Abnehmer auf eigene Faust eine solche Preisreduktion vornimmt», zitiert die Zeitung den Verbandsfunktionär. Die Kartoffelproduzenten sehen mit der Änderung am Anfang einer sich nach unten drehenden Preisspirale. «Wenn die Fenaco-Landi-Gruppe als bäuerliche Organisation mit solchen Vorstössen kommt, welche Signale sendet das an die anderen Abnehmer?», sorgt sich Fischer im «Schweizer Bauer». Für die Schweizer Kartoffelproduzenten wird die «Abhängigkeit» von einem grossen Abnehmer mit dem Fenaco Alleingang schmerzlich bewusst.

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