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Katalonien-Krise sorgt für nervöse Bankkunden

Caixabank: Zu einem Drittel von Kundengeldern aus Katalonien abhängig. Keystone

Die Caixabank spürt die Folgen der Katalonien-Krise. Die drittgrösste Bank Spaniens hat bereits beschlossen, ihren Hauptsitz zu verlegen. Nun zeigt sich, dass auch die Kundeneinlagen leiden.

Veröffentlicht am 24.10.2017

Die Katalonien-Krise hinterlässt Spuren bei Spaniens drittgrösstem Geldhaus Caixabank. Der Streit über eine Unabhängigkeit der Region habe «moderat negative» Auswirkungen auf die Einlagen gehabt, sagte Bankchef Gonzalo Gortazar am Dienstag nach Veröffentlichung der Bilanz für das dritte Quartal.

Die Kunden seien nervös gewesen. Aufrufe der Separatisten, Banken zu stürmen und Geld abzuheben, hätten die Lage nicht gerade beruhigt. Details nannte der Manager nicht.

Grosse Abhängigkeit

Die Caixabank, die ihren Sitz bisher in Barcelona hatte, ist neben den Konkurrenten BBVA und Banco Sabadell am stärksten abhängig vom Geschäft in Katalonien. Rund ein Drittel der Kundeneinlagen bei den drei Instituten stammen aus der wohlhabenden Region im Nordosten des Landes.

Am Wochenende hatte die spanische Zentralregierung als Reaktion auf das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien die Entmachtung der Separatisten eingeleitet. Am Donnerstag kommt das regionale Parlament in Barcelona zusammen, um eine Antwort darauf zu finden. Der politische Streit verunsichert die Finanzmärkte. Spanien hat deswegen auch schon die Prognose für das Wirtschaftswachstum für nächstes Jahr auf 2,3 von zuvor 2,6 Prozent gesenkt.

Massnahme beschlossen

Die Caixabank hatte zuletzt mitgeteilt, ihren Hauptsitz ausserhalb Kataloniens nach Valencia zu verlegen. Damit wollte das Management Investoren und Kunden beruhigen. Druck der Zentralregierung in Madrid habe es dabei nicht gegeben, erklärte die Bank. Derzeit sei nicht geplant, Mitarbeiter oder ganze Geschäftszweige zu verlagern.

Für das Sommerquartal 2017 wies das Institut trotz der Unsicherheit einen Rekordgewinn von 649 Millionen Euro aus, fast 49 Prozent mehr als im Vorquartal. Dabei wirkte sich vor allem die Übernahme der portugiesischen Bank BPI positiv aus.

(sda/jfr)

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