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Krise
Katar soll deutsche Solarworld retten

Arbeit bei Solarworld 2010: Heute steht es nicht gut um das Unternehmen. (Bild: Keystone)

Beim Solarhersteller steigt das Emirat Katar über eine Kapitalerhöhung ein. Der Anteil der bisherigen Aktionäre am Unternehmen verringert sich massiv.

Veröffentlicht am 19.06.2013

Das Emirat Katar soll den kriselnden deutschen Solarhersteller Solarworld retten. Katar werde über eine Kapitalerhöhung bei Solarworld einsteigen und künftig mit 29 Prozent am Unternehmen beteiligt sein, teilte Solarworld mit. Bereits Ende Mai hatte sich Unternehmenschef Frank Asbeck öffentlich über das Interesse des Emirats an einem Einstieg bei Solarworld geäussert.

Für die Rettung von Solarworld wird die Struktur der Anteilseigener deutlich umgebaut. Den bisherigen Aktionären steht demnach ein sogenannter Kapitalschnitt bevor. Ihr Anteil am Unternehmen verringert sich dadurch massiv.


Danach erfolgt eine Kapitalerhöhung, von der die bisherigen Aktionäre ausgeschlossen sind. Dadurch wird die Beteiligung der Altaktionäre auf fünf Prozent gedrückt. Neben Katar soll Firmengründer Asbeck künftig mit einem Anteil von 19,5 Prozent Grossaktionär bleiben. Auch Gläubiger von Solarworld-Anleihen sollen Aktien kaufen können.

Branche in der Krise

Durch die Kapitalerhöhung mit dem Einstieg Katars sollen 46 Millionen Euro fliessen, teilte Solarworld mit. Dieses Geld solle an die Finanzgläubiger des Unternehmens gehen, einschliesslich der Anleihegläubiger. Das Vertragswerk sei noch nicht geschlossen, teilte Solarworld mit. Mit einem Abschluss sei bis spätestens Februar zu rechnen.


Deutschlands Solarbranche steckt in einer massiven Krise. Eine Reihe von Unternehmen - wie etwa der Hersteller Q-Cells - ging pleite oder ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der Industrie macht insbesondere die Konkurrenz durch billige Solarmodule aus Asien zu schaffen.

(tno/sda)
 

 

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