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Katastrophen: Die Natur kennt kein Erbarmen

Tornado in Oklahoma: Die Sturm-Saison verlief in den USA eher ruhig.   Keystone

Die Schäden wegen Hurrikans, Überschwemmungen oder Hagel fielen 2013 zwar deutlich geringer aus. Dennoch wurden einige Regionen schwer getroffen. Die Versicherer kamen mit einem blauen Auge davon.

Veröffentlicht am 26.03.2014

Die versicherten Schäden aus Natur- und Man-made-Katastrophen für die globale Versicherungswirtschaft sind im Jahr 2013 wesentlich tiefer ausgefallen als im Jahr davor. Ein Grossteil davon machten Überschwemmungen und Hagelereignisse aus, Europa war diesmal besonders stark betroffen. In der US-Hurrikan-Saison blieb es dagegen vergleichsweise ruhig.

Naturkatastrophen belasten

Die versicherten Schäden für die gesamte Branche beliefen sich im vergangenen Jahr auf 45 Milliarden Dollar (Dezember-Schätzung 44 Milliarden). Im Vergleich dazu musste die Versicherungsbranche im Jahr 2012 mit 81 Milliarden deutlich grössere Schadenzahlungen leisten.

Die Kosten aus Naturkatastrophen machten im vergangenen Jahr gemäss der vom Rückversicherer Swiss Re veröffentlichten «sigma»-Studie 37 Milliarden aus, nach 75 Milliarden im Jahr davor. Der Rest entfiel auf Man-made-Schäden.

Wirtschaftliche Schäden infolge Katastrophen

Die wirtschaftlichen Gesamtschäden, also die ökonomischen Schäden, aus Katastrophenereignissen werden für 2013 mit 140 Milliarden Dollar (Erstschätzung 130 Milliarden) beziffert. Damit lagen diese ebenfalls deutlich unter den 196 Milliarden aus dem Vorjahr.

In diesen Zahlen sind auch die nicht versicherten Schäden enthalten. Der Zehnjahresdurchschnitt der ökonomischen Schäden beträgt 190 Milliarden, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Zahl der Todesopfer gestiegen

Die Zahl der Todesopfer lag im Berichtsjahr mit 26'000 über den 14'000 aus dem Jahr 2012. Am grössten waren die Opferzahlen in Asien. Im November forderte der Taifun Haiyan auf den Philippinen mit Winden in einer bisher kaum gemessenen Stärke und heftigen Regenfälle sowie Sturmfluten rund 7'500 Todesopfer. Über 4 Mio Menschen wurden durch den Taifun obdachlos.

Die zweitgrösste humanitäre Katastrophe 2013 waren die Überschwemmungen im indischen Bundesstaat Uttarakhand im Juni, die rund 6'000 Menschenleben forderten.

Schwere Schäden in Europa

Unüblich stark war im letzten Jahr Europa von Unwettern betroffen. In Mittel- und Osteuropa brachten massive Überschwemmungen nach vier Tagen schwerer Regenfälle im Mai und Juni grossflächige Hochwasserschäden in Deutschland, Tschechien, Ungarn und Polen mit sich. Der daraus entstandene wirtschaftliche Schaden wird mit 16,5 Milliarden Dollar beziffert, wovon 4,1 Milliarden versichert waren.

Allerdings hätten diese Hochwasserschäden bedeutend höher ausfallen können, wären nach den Überschwemmungen im Jahr 2002 in dieser Region die Hochwasserschutzmassnahmen nicht verstärkt worden, heisst es.

Ende Juli wurden Teile Deutschlands und Frankreichs von schweren Hagelstürmen heimgesucht. Die Stürme zogen durch dicht besiedelte Gebiete und verursachten nach jüngsten Schätzungen den Grossteil der gesamten versicherten Schäden von 3,8 Milliarden Dollar. Nie zuvor habe ein Hagelereignis solch hohe Schäden verursacht, so die Studie.

Ruhige Hurrikan-Saison

Auch andere Regionen auf der Welt waren von Hochwasser betroffen. So wurde die Stadt Calgary im kanadischen Bundesstaat Alberta und Umgebung nach sechs Tagen sintflutartiger Regenfälle grossflächig überschwemmt. Dies führte zu einem wirtschaftlichen Schaden von 4,7 Milliarden Dollar, der versicherte Schaden belief sich auf 1,9 Milliarden. Auch Australien, Asien und Südamerika hatten Hochwasserschäden zu verzeichnen.

Dass die Katastrophenschäden 2013 tiefer liegen als 2012 hat mit der sehr ruhigen Hurrikansaison in den USA zu tun. Allerdings hatten in den USA Tornados und die damit zugehörigen Gewitter und Winterstürme in den USA hohe Schäden verursacht.

(awp/dbe/sim)

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