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Studie
Katastrophenjahr 2013 kostet Versicherer weniger

Taifun Haiyan: Die Naturkatastrophe hinterliess auf den Philippinen ein Bild der Zerstörung. (Bild: Keystone)

Swiss Re schätzt die Kosten durch Natur- und Man-made-Katastrophen für die gesamte Branche auf 44 Milliarden Dollar. Die versicherten Schäden schrumpften – die Zahl der Toten verdoppelte sich.

Veröffentlicht am 18.12.2013

Die versicherten Schäden aus Natur- und Man-made-Katastrophen für die globale Versicherungswirtschaft sind im laufenden Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr auf etwas mehr als die Hälfte zurückgegangen. Hingegen stieg die Zahl der Todesopfer stark an, insbesondere der Taifun Haiyan auf den Philippinen forderte zahlreiche Opfer.

Die versicherten Schäden für die gesamte Branche beliefen sich im Jahr 2013 auf 44 Milliarden Dollar. Damit machen sie laut vorläufigen Schätzungen des Rückversicherers Swiss Re etwas mehr als die Hälfte der im Vorjahr verzeichneten 81 Milliarden aus. Auf Versicherungsschäden infolge von Naturkatastrophen entfielen laut Sigma-Studie 38 Milliarden, nach 75 Milliarden in 2012. Entsprechend blieben die Man-made-Schäden mit 6 Milliarden stabil.

Die wirtschaftlichen Gesamtschäden aufgrund von Katastrophen werden für 2013 mit 130 Milliarden Dollar angegeben. Damit lagen diese ebenfalls deutlich unter den 196 Milliarden im Vorjahr; darin enthalten sind auch die nicht versicherten Schäden.

Taifun auf den Philippinen fordert zahlreiche Opfer

Die Zahl der Todesopfer sei im Berichtsjahr auf rund 25'000 angestiegen, nach 14'000 in 2012, heisst es weiter. Im November brachte der Taifun Haiyan auf den Philippinen die mitunter stärksten je gemessenen Windstärken sowie schwere Regenfälle und Sturmfluten. Der Sturm forderte mehr als 7'000 Todesopfer, die höchste Opferzahl eines einzelnen Ereignisses im Jahr 2013. Trotz den verursachten Verwüstungen dürften die Versicherungsschäden aufgrund der tiefen Versicherungsdurchdringung des Landes jedoch gering ausfallen, heisst es weiter.

Ein Grossteil der versicherten Schäden entfielen im Berichtsjahr auf Überschwemmungen. Die Überschwemmungen, die im Juni 2013 weite Gebiete Zentral- und Osteuropas heimsuchten, verursachten laut Swiss Re einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von 18 Milliarden Dollar und einen geschätzten Schaden von 4 Milliarden für die Versicherungsindustrie. Die Versicherungsschäden fielen damit höher aus als bei den Überschwemmungen 2002 in der gleichen Region, als sie die Versicherungsbranche etwas über 2 Milliarden (3 Milliarden zu heutigen Preisen) kosteten. Die Extremhochwasser vom Juni seien die zweitteuerste Süsswasser-Überschwemmung in den Aufzeichnungen von Sigma gewesen. Die Versicherungsschadensumme liege jedoch deutlich tiefer als bei der Flutkatastrophe 2011 in Thailand, die die Versicherungsindustrie über 16 Milliarden gekostet habe.

Ebenfalls im Juni verursachten Überschwemmungen in der kanadischen Provinz Alberta Versicherungsschäden von 2 Milliarden Dollar und damit die höchste in diesem Land je verzeichnete Schadensumme aufgrund einer Katastrophe. Auch in Australien, Indien, China, Indonesien, im südlichen Afrika und in Argentinien kam es im Jahre 2013 zu schweren Regenfällen und Überflutungen.

Schwerer Hagel und starke Stürme in Europa

Neben Überschwemmungen wurde Europa auch von weiteren schweren Wetterereignissen, darunter Hagel und Stürme, heimgesucht. Der Hagelsturm Andreas fegte im Juli über Deutschland und Frankreich hinweg und hinterliess versicherte Schäden von 3 Milliarden Dollar, so Swiss Re weiter. Später verursachte das Sturmtief Christian in Zentral- und Nordeuropa Versicherungsschäden von schätzungsweise mehr als 1 Milliarde. Anfang Dezember führte der Orkan Xaver zu weiteren versicherten Schäden von rund 1 Milliarde.

Ungünstige Wetterbedingungen im Frühling und Herbst hätten in den USA schwere Gewitter und tödliche Tornados gebracht, die grosse Sachschäden verursacht hätten. Der Versicherungswirtschaft seien daraus entsprechend hohe Schadensummen entstanden. Demgegenüber sei die Hurrikan-Saison 2013 glimpflich verlaufen.

Als teuerster Katastrophenschaden 2013 werden in der Studie die Überschwemmungen in Ländern wie Deutschland und Tschechien Anfang Juni mit einer versicherten Schadensumme (ohne Haftpflicht- und Lebensversicherung) von 4,1 Milliarden Dollar angegeben, der Gesamtschaden belief sich auf 18 Milliarden. Zweitgrösster Schaden ist der Hagelsturm Andreas in Deutschland und Frankreich Anfang Juli mit einem versicherten Schaden von 3,4 Milliarden (Gesamtschaden: 3,8 Mrd). Auf den Plätzen drei und vier folgen die Überschwemmungen in Kanada im Juni (1,9/4,8 Milliarden) sowie schwere Gewitter und Tornados in den USA im Mai (1,8/3,2 Milliarden).

(awp/vst/aho)

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