Der Katastrophensturm Harvey hat in den vergangenen Tagen in Texas für Zerstörung gesorgt. Davon betroffen sind auch rund 600 Mitarbeiter des Schweizer Technologiekonzerns ABB. Sie dürfen auf interne Hilfe zählen.

Vor Ort würden gruppeneigene Krisen-Teams eingesetzt, die sich um die betroffenen Angestellten kümmern, sagte Mediensprecher Domenico Truncellito auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Zum Beispiel bei der Suche von Notunterkünften oder auch finanziell.

Trainscenter und Vertrieb

In der Krisenregion betreibt der Konzern ein Demo- und Trainingscenter sowie ein Vertrieb für lokale Kunden. Aus Sicherheitsgründen habe ABB diese nun geschlossen, wie der Mediensprecher sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der «AZ Nordwestschweiz» vom Donnerstag. Neben dem internen Hilfsprogramm sei zudem eine Spendeaktion lanciert worden. Gruppenweit können Mitarbeiter für die betroffenen Kollegen spenden. Jeder gespendete Dollar werde vom Konzern verdoppelt.

Anzeige

Produktionsanlagen nicht betroffen

Schäden an den Gebäuden in Houston seien bislang aber keine entstanden. Zudem befinden sich keine Produktionsanlagen des Konzern in der Krisenregion. Die US-Produktion sei intakt.

Tropensturm «Harvey» war vor fünf Tagen in Texas erstmals auf Land getroffen und war dann vom Landesinneren aus zurück aufs Meer gezogen. Über dem Golf von Mexiko nahm der Sturm dann erneut Feuchtigkeit auf, kehrte um und traf am Mittwoch in Louisiana erneut auf die Küste. Der vormalige Hurrikan hatte in den vergangenen Tagen für schwere Überschwemmungen gesorgt. Mindestens 17 Menschen kamen ums Leben. Zehntausende Menschen mussten ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Die Schäden dürften nach ersten Schätzungen Dutzende Milliarden Dollar betragen.

Belastungen auch für BASF

Betroffen ist auch die Produktion von BASF in Texas. Am Verbundstandort in Freeport seien aufgrund von Engpässen bei der Rohstoffversorgung einige Anlagen heruntergefahren worden, erklärte eine Sprecherin des Chemiekonzerns am Donnerstag. Der Standort in Port Arthur laufe derzeit mit reduzierten Kapazitäten. Dort betreibt BASF einen der weltgrössten Steamcracker – eine petrochemische Grossanlage, die aus Rohbenzin wichtige Ausgangsstoffe für die Kunststoffherstellung gewinnt. Port Arthur und Freeport sind die beiden grössten und wichtigsten von insgesamt sechs Standorten von BASF in Texas. Der Konzern beschäftigt in dem Bundesstaat rund 3000 Mitarbeiter.

BASF hatte am Mittwoch erklärt, dass bisher nur Anlagen an kleineren Standorten in Texas – Beaumont, Bishop und Pasadena – heruntergefahren wurden, die grossen Standorte Port Arthur und Freeport seien noch in Betrieb. «Harvey» brachte tagelange sintflutartige Regenfälle über Texas. Es war der stärkste Hurrikan in dem Bundesstaat seit mehr als 50 Jahren. Port Arthur steht nach Angaben seines Bürgermeisters Derrick Foreman komplett unter Wasser.

(sda/me)