Syngenta und Monsanto haben einem Medienbericht zufolge Banken zur Beratung über eine mögliche Übernahme des Schweizer Unternehmens beauftragt. Die beiden Agrarchemiekonzerne würden mit Investmentbankern an einem Deal arbeiten, aus dem sich ein Branchenriesen mit einem Umsatz von 31 Milliarden USD ergeben würde, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters am späten Donnerstagabend unter Berufung auf »drei mit der Sache vertraute Quellen».

Syngenta werde von Goldman Sachs beraten und Monsanto von Morgan Stanley. Alle vier Unternehmen wollten dies dem Bericht zufolge nicht kommentieren.

Verzicht auf Schweizer Sitz

Monsanto könnte Syngenta womöglich nur in bar kaufen und nicht in einer Aktientransaktion und müsste auf einen Schweizer Sitz verzichten - wegen Hürden durch das US-Finanzministerium, sagte eine der Quellen laut Reuters. Das US-Unternehmen dürfte es zudem schwer haben den Deal zu finanzieren, der bis zu 40 Milliarden USD kosten könnte, und würde einen Partner benötigen, so eine andere Quelle.

BASF und Dow Chemical könnten weitere mögliche Bieter für alle Teile von Syngenta sein oder gar die staatliche China National Chemical Corp, zitiert Reuters eine der Quellen weiter. Die Unternehmen würden bloss darauf warten, dass ein anderes das erste Angebot macht, um darauf reagieren zu können.

Syngenta sei noch nicht offen für einen Deal, sagte indes eine andere Quelle laut dem Bericht. Der Konzern würden sich als Markführer sehen und sich «nicht kampflos« mit etwas zufriedengeben.

Kartellrechtliche Bedenken

Bereits am vergangenen Donnerstagabend hatte Bloomberg mit Verweis auf Personen, die mit der Sache vertraut seien, vermeldet, dass die beiden Konzerne erneut über eine Fusion sprechen würden. Die schweizerische Syngenta habe dabei allerdings kartellrechtliche Bedenken geäussert, hiess es letzte Woche.

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Gerüchte über Fusionsgespräche der beiden Konzerne, die laut Analysten die Nummer 1 und 3 auf dem Weltmarkt sind, kursierten schon vor rund einem Jahr, ohne dass sie sich konkretisiert hätten.

(awp/me)