Was für Auswirkungen haben Exzesse an der Spitze auf Salärsysteme bei mittleren und oberen Kadern aus Banken und Versicherungen? Besteht auch auf diesen Stufen Handlungsbedarf? Um solche Fragen auszuloten, haben die Schweizer Kader Organisation SKO und der Bank Kader Verein Zürich BKV kürzlich zu einem Podium geladen, weil dies für SKO und BKV ein absolut relevantes Thema sei, das bisher auf breiterer Ebene noch nicht vertieft diskutiert worden sei, wie SKO-Geschäftsleiter Urs Meier in der Begrüssung betonte. Die Sicht der Banken vertraten Ursula Meier-Bergundthal, Mitglied der Direktion und Leiterin Human Resources Management der Valiant Holding, und Herbert Mattle, Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsleitung der Deka (Swiss) Privatbank. Seitens der Assekuranz wies Chris Dunkel, Leiter Human Resources und Direktionsmitglied von Zurich Schweiz, auf die unterschiedliche Ausgangslage und damit auch Auswirkungen auf die Salärsysteme hin. Antoinette Weibel, Professorin für Management an der Universitären Hochschule Liechtenstein und Kritikerin von Bonussystemen, sprach sich für mehr Transparenz und Fairness bei der Managerentlöhnung aus. Ein Punkt, der auf grosses Verständnis stiess, auch wenn im Detail die Meinungen wieder auseinander gingen. Vor allem Stephan Hostettler, Gründer und Geschäftsführer von Hostettler & Partner AG, einem Beratungsunternehmen für Board und Executive Compensation, warnt davor, bei der leistungsabhängigen Vergütung alles über Bord zu werfen. In der Diskussion unter der Moderation von Werner Rüedi, Chefredaktor des Branchenmagazins «Schweizer Versicherung» aus dem Handelszeitung-Fachverlag, zeigte sich, dass bei den Podiumsteilnehmenden wie auch den rund 70 Gästen kaum nennenswerter Widerstand gegen eine stärkere Kadersalär-regulierung besteht. Offensichtlich ist in diesen ausserordentlichen Zeiten eine stärkere Aufsicht gewünscht. Der erhöhte Druck von Öffentlichkeit, Politik und Aktionären wird wohl dazu führen, die Löhne auch für Finanzkader noch fairer, transparenter und langfristig orientiert auszugestalten.

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