Ein MBA wird meist mit optimalen Karrierechancen gleichgesetzt. Viele versprechen ihren potenziellen Absolventen ungetrübte Aufstiegschancen, internationale Netzwerke und ein langes, glückliches Managerleben. Ein MBA, wird suggeriert, gehöre ins Curriculum ambitionierter Führungskräfte. Was möglicherweise auch stimmt. Nur: Eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit sind MBA nicht.

Ansatz zur Trendwende

Dies zumindest die Beobachtung der Zürcher Outplacement-Beratungsgruppe Grass. Unter ihren Kandidaten, das zeigt die firmeninterne Statistik der letzten Jahre, befinden sich zunehmend Akademiker und MBA-Diplomanden. 48% der Kaderpersonen, die 2007 von ihren Firmen der Grass-Gruppe anvertraut wurden, verfügten über einen akademischen Titel oder ein MBA.Grass-Berater Andrea Mutzner betont, dass es sich bei dieser Statistik keineswegs um eine wissenschaftliche Studie handelt und die ermittelten Zahlen kaum Rückschlüsse auf die allgemeine Situation auf dem Arbeitsmarkt erlauben, allerdings sei «der Ansatz einer Trendwende» zu beobachten: Ein akademischer oder fachakademischer Hintergrund wird heute für Top-Positionen vorausgesetzt – und ist deshalb als Unterscheidungsmerkmal nicht unbedingt geeignet.

Noch ein Profilierungsmerkmal?

In Wachstumsphasen wie der gegenwärtigen, wo Fusionen und Firmenkäufe zu Doppelbesetzungen und deshalb auch zu Restrukturierungen führten, so Mutzner, «sehen sich auch hervorragend und fachakademisch Ausgebildete überflüssig». Im Moment falle die Antwort auf die Frage, wer den Hut nehmen müsse, nach Branchen und Studienrichtung unterschiedlich aus: «Maschinen- und Elektroingenieure lässt niemand gehen.» Bei den Betriebswirtschaftern dagegen sehe die Situation weniger rosig aus, beobachtet Mutzner. Fazit: Als Profilierungsmerkmal taugt ein MBA offenbar nur, solange nicht jeder einen hat.

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