MARKTÜBERSICHT. Die beeindruckende Wachstumsdynamik der vergangenen zwei Jahre hat auch 2007 nicht nachgelassen. Im Gegenteil, die Handelsumsätze stiegen nochmals überproportional. Gemäss Zahlen der Schweizer Nationalbank (SNB) lagen Ende Juli 2007 derivative Produkte mit einem Gesamtwert von 341 Mrd Fr. in den helvetischen Depots, dies entspricht 6,44% der Gesamtdepotvolumina. Somit hat sich die Anlagesumme innert Jahresfrist um beachtliche 38% erhöht.

Die Anleger konnten Ende August 2007 zwischen 19279 an der Schweizer Derivatbörse Scoach kotierten strukturierten Produkten auslesen. Dieses imposante Wachstum wurde begünstigt durch das attraktive Börsenumfeld und den Markteintritt ausländischer Emittenten. Aber auch das stürmische und raue Klima der Weltbörsen in den vergangen Monaten konnte den Umsätzen nichts anhaben. Sie blieben konstant. Dies liegt hauptsächlich daran, dass strukturierte Produkte mit langfristigem Investitionshintergrund an Volumen zunahmen und die hohe Volatilität am Markt kurzfristig orientierte Spekulanten anlockte.

Hebelprodukte an der Spitze

Zu den beliebtesten Produkten gehören nach wie vor die Hebelinstrumente. Von Januar bis August 2007 erreichte deren Umsatz an der Scoach mit 35,05 Mrd Fr. einen Anteil von rund zwei Dritteln am Gesamtumsatz strukturierter Produkte. Es muss aber erwähnt werden, dass im Gegensatz zu Hebelprodukten nur ein deutlich geringerer Teil strukturierter Produkte börsenkotiert und somit statistisch erfasst ist. Hebel-Produkte müssen jederzeit leicht handelbar sein, was bei den langfristig orientierten Derivaten mit Investment-Charakter nicht unbedingt notwendig ist. Schätzungen gehen davon aus, dass der ausserbörsliche Handel (OTC) fünf- bis zehnmal grösser ist als derjenige an der Scoach.Aber auch bei den Partizipations-Produkten, mit den Tracker-Zertifikaten als Favoriten, entwickeln sich die Umsätze erfreulich (7,53 Mrd Fr.). Bei den Renditeoptimierungs-Produkten wurden in den ersten acht Monaten gesamthaft 7,83 Mrd Fr. umgesetzt. Die Barrier Reverse Convertibles gehören in dieser Kategorie zu den Lieblingen der Anleger. Beachtlich ist der Umsatzschub der Renditeoptimierungs-Produkte im Monat August. Der durchschnittliche Monatsumsatz in dieser Produktkategorie lag in den Vormonaten des Jahres 2007 bei 890 Mio Fr. Im August explodierte der Umsatz dieser Produkte auf 1,59 Mrd Fr. Man darf gespannt sein, ob eine Konsolidierung auf diesem hohen Niveau möglich sein wird. Bei den börsenkotierten Kapitalschutz-Produkten wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres 1,88 Mrd Fr., also doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr, umgesetzt. Vor allem im August stieg der Umsatz markant auf 311 Mio Fr. an (Vormonate rund 224 Mio Fr.).

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Starke ausländische Konkurrenz

Im Markt der gelisteten strukturierten Produkte lag die Bank Vontobel im 1. Halbjahr mit einem Marktanteil von 24% an erster Stelle, gefolgt von der Deutschen Bank und der ZKB. Umsatzmässig hat die Deutsche Bank am stärksten zugelegt. Sie konnte ihren Marktanteil von 2,2% (2006) auf stattliche 16,8% erhöhen. Schweizer Emittenten müssen sich also warm anziehen bei der stark expandierenden ausländischen Konkurrenz. Die Grossbanken UBS und CS sind nicht unter den Leadern, weil diese Banken einen grossen Teil ihrer strukturierten Produkte bei der eigenen Kundschaft platzieren und nur einen kleinen Teil ihrer Produkte kotieren, was die Statistik entsprechend verfälscht.