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Banken
Keine Finanzspritze für Fintech-Firmen

Herbert J. Scheidt, Präsident der Bankiervereinigung: Keine Finanzspritze für Fintechs. Keystone

Vertreter der Fintech-Branche sind bei der Bankiervereinigung abgeblitzt. Der Verband lehnt eine finanzielle Unterstützung von Fintech-Projekten durch ihre Mitglieder ab.

Von David Vonplon
am 26.04.2017

Bankenvertreter betonen auf Podien gerne, dass sie die Zukunft des Finanzplatzes gemeinsam mit Fintechs gestalten und aktiv ein Schweizer Startup-Öko­system fördern wollen. Die Unterstützung für junge Finanzunternehmer stösst allerdings an Grenzen, wenn es ums Geld geht. So lehnte die Bankiervereinigung kürzlich eine ­finanzielle Förderung von Fintech-­Projekten ab, wie die «Handelszeitung» erfahren hat.

Der Verband Swiss Finance Startups (SFS) hatte vorgeschlagen, dass die Mitglieder des Banken­verbands jährlich einen festen Beitrag in ­einen Topf einzahlen sollen. Das Geld sollte in Fintech-Projekte fliessen, die gemeinsam mit der Bankiervereinigung betrieben werden sollten. Doch im Bankenverband fand die Anfrage kein Gehör.

«Wir brauchen mehr»

Der SFS-Verband bedauert die Absage der Bankiervereinigung: «Jeder findet Fintechs klasse. Wir brauchen aber mehr als grosse Worte, um gemeinsam etwas zu ­bewegen», sagt SFS-Geschäftsführerin Christina Kehl. Zur Unterstützung bereit sei die Bankiervereinigung jedoch bei ­gemeinsamen Fintech-Anlässen.

Sindy Schmiegel, Sprecherin des Bankenverbands, betont, dass die Zusammenarbeit mit der Fintech-Community auf verschiedenen Ebenen funktioniere, so etwa am Fintech-Event 2016: «Wenn sich weitere konkrete Projekte ergeben, werden diese ebenfalls diskutiert und Entscheide gefällt.»

Maurer und die Old Economy

Für Irritation in der Fintech-Branche hatte vergangene Woche bereits eine Reise von Finanzminister Ueli Maurer nach Asien gesorgt.

Für die Reise angefragt wurden lediglich Vertreter der Old Economy – Namen von jungen Fintech-Unternehmen fehlten auf der Teilnehmerliste: «Offenbar gehören wir für die Bankier­vereinigung nicht zum Finanzplatz», erklärt Kehl.

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