Bankenvertreter betonen auf Podien gerne, dass sie die Zukunft des Finanzplatzes gemeinsam mit Fintechs gestalten und aktiv ein Schweizer Startup-Ökosystem fördern wollen. Die Unterstützung für junge Finanzunternehmer stösst allerdings an Grenzen, wenn es ums Geld geht. So lehnte die Bankiervereinigung kürzlich eine finanzielle Förderung von Fintech-Projekten ab, wie die «Handelszeitung» erfahren hat.

Der Verband Swiss Finance Startups (SFS) hatte vorgeschlagen, dass die Mitglieder des Bankenverbands jährlich einen festen Beitrag in einen Topf einzahlen sollen. Das Geld sollte in Fintech-Projekte fliessen, die gemeinsam mit der Bankiervereinigung betrieben werden sollten. Doch im Bankenverband fand die Anfrage kein Gehör.

«Wir brauchen mehr»

Der SFS-Verband bedauert die Absage der Bankiervereinigung: «Jeder findet Fintechs klasse. Wir brauchen aber mehr als grosse Worte, um gemeinsam etwas zu bewegen», sagt SFS-Geschäftsführerin Christina Kehl. Zur Unterstützung bereit sei die Bankiervereinigung jedoch bei gemeinsamen Fintech-Anlässen.

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Sindy Schmiegel, Sprecherin des Bankenverbands, betont, dass die Zusammenarbeit mit der Fintech-Community auf verschiedenen Ebenen funktioniere, so etwa am Fintech-Event 2016: «Wenn sich weitere konkrete Projekte ergeben, werden diese ebenfalls diskutiert und Entscheide gefällt.»

Maurer und die Old Economy

Für Irritation in der Fintech-Branche hatte vergangene Woche bereits eine Reise von Finanzminister Ueli Maurer nach Asien gesorgt.

Für die Reise angefragt wurden lediglich Vertreter der Old Economy – Namen von jungen Fintech-Unternehmen fehlten auf der Teilnehmerliste: «Offenbar gehören wir für die Bankiervereinigung nicht zum Finanzplatz», erklärt Kehl.

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