EXCHANGE TRADED FUNDS.

Gemäss Prognosen von Forschungsinstituten und Brokern wird sich das beeindruckende Wachstum der Exchange Traded Funds (ETF) fortsetzen. Deborah Fuhr, Morgan Stanley, prognostiziert, dass das weltweit verwaltete ETF-Vermögen im Jahr 2011 über 2 Billionen Dollar betragen wird. Neben den fundamentalen Trends ist die zunehmende Wertschätzung der Vorteile dieser Fonds einer der Hauptgründe für das rasante ETF-Wachstum. Sowohl institutionelle als auch private Anleger berücksichtigen ETF vermehrt in ihrer Vermögensstrukturierung. Insbesondere institutionelle Investoren haben 2007 ihre Anlagen in ETF deutlich erhöht. Nach Angaben von Morgan Stanley war die Schweiz Ende 2006 in Bezug auf ETF-Anlagen das fünftgrösste Land hinter Spanien, Kanada, Grossbritannien und den USA. Die endgültigen Zahlen für 2007 liegen zwar noch nicht vor, aber das Feedback von unseren Kunden lässt auf ein kräftiges Wachstum in der Schweiz schliessen.

Neue Anlageklassen

Die aktuellen Trends konzentrieren sich auf die folgenden Schwerpunkte: Erstens erachten sowohl institutionelle Investoren als Privatanleger ETF als nützliche Instrumente für taktische und strategische Investitionen. In zunehmendem Masse werden die Fonds von Portfoliomanagern im Rahmen eines «Core Satellite»-Anlageansatzes eingesetzt. Demnach wird das Portfolio in zwei Komponenten aufgeteilt: eine Kernkomponente («Core»), die passiv gemanagt wird und darauf abzielt, die spezifische Benchmark des Anlegers vollständig nachzubilden, und eine aktive Komponente, die aus einem oder mehreren aktiven Managern («Satellites») besteht, denen ein grösserer Tracking Error zugestanden wird. Das Kernportfolio ist in der Regel ein reines Indexprodukt, zum Beispiel unter Verwendung von ETF. Mit der Erweiterung der Auswahl der in ETF verfügbaren Anlageklassen werden diese ausserdem zunehmend als «Satellites» eingesetzt.

Hohe Dynamik

Die immer grössere Auswahl von Anlageklassen sowie die Anzahl und Arten von Aktien-, Obligationen-, Rohstoff- und anderen Indizes, die von ETF nachgebildet werden, sind für Anleger ebenfalls äusserst attraktiv. Der Sektor zeichnet sich durch eine hohe Dynamik aus: Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein neuer ETF aufgelegt wird. Beispielsweise stiess die jüngste Lancierung des iShares S&P Global Clean Energy Fund auf ein enormes Interesse. Dies deutet darauf hin, dass die Anleger nach alternativen Anlageklassen Ausschau halten, insbesondere nach Fonds, die schwer zugängliche Sektoren und Regionen abbilden. In solchen Nischen erwarten wir künftig viele neue Produkte. ETF- und Index-Anbieter verstärken ihre Zusammenarbeit, um sicherzustellen, dass sie kosteneffiziente und repräsentative ETF-Lösungen für Produktthemen entwickeln, die es Anlegern ermöglichen, ihre Portfolios im schnelllebigen Marktumfeld effizient zu diversifizieren. Durch diese Zusammenarbeit können neue Index-konzepte erarbeitet und somit stabile und intelligente Diversifizierungsinstrumente entwickelt werden. Angesichts der gegenwärtigen Wachstumsprognosen dürfte diese Entwicklung noch schneller voranschreiten.Indexgebundene Anlagen klettern in der Beliebtheitsskala nach oben, da Investoren Kosten und Nutzen des aktiven Investierens zunehmend kritisch evaluieren. Zweifellos gibt es im Markt hervorragende aktive Fondsmanager. Aktives Fondsmanagement ist aber mit erheblichen Kosten für den Anleger verbunden– und zwar nicht nur die tatsächlichen Kosten des aktiv gemanagten Fonds, sondern auch die Kosten für die Analyse und die Überwachung der Fondsmanager. Wenn Anleger lediglich in einen bestimmten Markt in seiner Gesamtheit anlegen wollen, dann sind über ETF getätigte Anlagen in repräsentative Indizes meistens die effizienteste Methode.

Anzeige

Verstärkter Wettbewerb

Schliesslich ist auch die Zunahme des Wettbewerbs im ETF-Sektor als wichtige und positive Entwicklung zu werten. Grosse Institute wie Deutsche Bank, Société Générale und BGI haben auf das starke Wachstum des europäischen ETF-Marktes mit der Einführung einer Vielzahl neuer Produkte reagiert. Für Kunden bedeutet Wettbewerb eine noch grössere Auswahl. Ausserdem besteht im europäischen ETF-Sektor ein immenses Potenzial für weiteres Wachstum. Der europäische Markt ist stärker diversifiziert als der US-Markt und verfügt über eine grosse Vielfalt konkurrierender Produkte – angefangen von Zertifikaten und strukturierten Produkten bis hin zu traditionellen Investmentfonds.

Auf der Überholspur

BGI ist der Ansicht, dass ETF entscheidende Vorteile bieten, und wir weitere Zuflüsse in diese Produkte verzeichnen werden. Bestätigt wird dies durch eine von EDHEC in Zusammenarbeit mit iShares durchgeführte europaweite Studie. Demnach sagten 55% der 110 Befragten, dass der Einsatz von ETF in naher Zukunft zunehmen wird, während nur 34% dies bei Futures, einer beliebten Form von Index-Derivaten, erwarten. Auf die Frage nach den wesentlichen Entwicklungsbereichen nannte eine grosse Mehrheit der Befragten Emerging Markets, Rohstoffe und allgemein alternative Anlageklassen. Asset-Manager und Investoren kennen zwar die Vorteile von ETF, nutzen diese Vorteile aber noch nicht vollständig aus. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Ausschöpfung des ETF-Potenzials – zum Beispiel durch eine Core-Satellite-Strategie – rechnen wir mit einer deutlichen Zunahme des Einsatzes. In der Schweiz und in ganz Europa stehen diese Vehikel vor einem ausserordentlichen Wachstum.