Patrick Odier ist erleichtert, dass der Nationalrat nun doch noch dem Staatsvertrag mit den USA zugestimmt hat. Das drohende Referendum liegt dem Präsidenten der Schweizerischen Bankiervereinigung aber auf dem Magen: «Als Demokrat bin ich grundsätzlich für das Referendumsrecht. Doch in dieser Situation bin ich dagegen», sagt Odier im «Handelszeitung»-Interview. «Es fehlt uns schlicht die Zeit.» Die Schweiz habe sich verpflichtet, bis Mitte August 2010 die Daten zu liefern, sonst drohe eine grosse Gefahr für die Wirtschaft. «Wir müssen jetzt vorwärtsschauen und dem Staatsvertrag zustimmen, ob es uns passt oder nicht», so Odier.

Der Genfer Privatbankier, der die Vereinigung seit September 2009 präsidiert, zeigt sich zudem zuversichtlich, dass die Abgeltungssteuer in Berlin, Paris, London und Brüssel auf offene Ohren stösst. «Möglicherweise können wir in wenigen Monaten eine konkrete Lösung präsentieren», sagt Odier. Bilaterale Arbeitsgruppen träfen sich regelmässig, sodass die Chancen gut stünden, dass die Abgeltungssteuer kommt.

Obwohl die Schweiz in einigen Fragen noch Kompromisse finden muss, wird sie laut Odier in einem Punkt hart bleiben: «Für uns zentral ist, dass die Vergangenheit regularisiert wird.» Sonst komme die Abgeltungssteuer nicht in Frage. Die Vereinigung will einen Schlussstrich unter das Thema Schwarzgeld ziehen und die Banken darauf festlegen, sich künftig nur noch auf steuerkonforme Gelder zu konzentrieren.

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