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US-Deal
«Keinerlei Anzeichen für eine US-Anklage»

BKB-CEO Guy Lachappelle: «Eine existenzielle Bedrohung würde das für uns nicht bedeuten». Bild: (BKB)

Der Basler Kantonalbank steht aus den USA offenbar keine direkte Klage bevor. Die Basler stehen aber in Kontakt mit der US-Justiz.

Veröffentlicht am 14.06.2013

Die Basler Kantonalbank (BKB) hat gemäss ihrem CEO Guy Lachappelle «keinerlei Anzeichen» dafür, dass eine Anklage der US-Behörden im Raum steht. «Wir sind ja seit zwei Jahren mit dem Department of Justice (DoJ) im Gespräch und wir haben eigentlich alle Informationen liefern können, die bisher von uns verlangt wurden», sagte Lachappelle im Interview mit der AWP.

Der BKB-CEO hofft aber auf eine Zustimmung zur «Lex USA», um noch verbleibende Informationen an die US-Behörden liefern zu können. Dabei gehe es vor allem um die so genannten «Leaver-Listen» zu den abgegangenen US-Kundenvermögen. Sollte das Parlament die Gesetzesvorlage ablehnen, würde die BKB«Wege ausloten, um diejenigen Informationen an die USA zu liefern, die dort von uns noch erwartet werden», so Lachappelle.

Auch im Fall einer Anklage könnte die Bank den Betrieb aber aufrechterhalten, gab sich der CEO überzeugt. Eine der gravierendsten Konsequenzen wäre ein Abschneiden der Bank vom Dollar-Clearing. «Dann könnten wir insbesondere keine USD-Zahlungen mehr machen - was eine erhebliche Einschränkung des Geschäfts zur Folge hätte.»

600 Millionen US-Vermögen

Keine Angaben könne die BKB dagegen zur allfälligen Höhe einer Busse machen. «Uns wurden bisher keine Beträge genannt.» Die Kantonalbank hatte im Maximum US-Vermögen von 600 Millionen Dollar verwaltet. «Selbst wenn die Busse einen hohen Prozentsatz dieser 600 Millionen Dollar ausmachen würde - eine existenzielle Bedrohung würde das für uns nicht bedeuten», sagte Lachappelle.

Der neue CEO, der die Konzernführung von dem im Winter 2012 wegen der Affäre um die Vermögensverwalterin ASE abgetretenen Hans Rudolf Matter übernommen hatte, unterzieht derzeit die Strategie des BKB-Konzerns einer Überarbeitung. Die neue Strategie werde wohl Ende August oder Anfang September kommuniziert, kündigte er an.«Wir werden dabei wohl einige Ziele anpassen, wobei vor allem die Nachhaltigkeit ein neues Gewicht bekommen wird.»

An Zürich und Bern festhalten

Im Bereich Vermögensverwaltung will Lachappelle aber weiterhin an den Standorten Bern und Zürich festhalten, auch wenn die Probleme mit den US-Vermögen und mit ASE vor allem vom Private Banking Zürich ausgegangen waren.«Inzwischen haben wir aber sehr viel Arbeit und Energie dort investiert und auch die Führung komplett erneuert. Zudem arbeitet Zürich noch immer sehr rentabel.»

Den zuletzt sehr vorsichtigen Kurs der BKB im Hypothekarmarkt will der CEO beibehalten.«Wir stehen bei den Hypotheken bewusst auf die Bremse, weil wir keine Probleme in einem überhitzten Markt einfahren wollen.» Die BKB wolle lieber ihr Portfolio qualitativ verbessern und habe so im letzten Jahr die Kundenmarge um rund 10 Basispunkte ausdehnen können, betonte er. «Ob die anderen Banken Wachstumsraten von 4 oder 6% Prozent aufweisen, interessiert uns nicht.»

(tke/jev/awp)

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