Das Analysehaus Kepler kauft Teile der französischen Grossbank Credit Agricole und steigt damit zu den grössten Wertpapierbrokern in Europa auf. Nach monatelangen Verhandlungen sei die Übernahme der Credit-Agricole-Tochter Cheuvreux abgeschlossen worden, teilten beide Unternehmen mit.

Die Experten des Unternehmens werden damit künftig Analysen zu rund 700 börsennotierten Unternehmen in Europa anbieten. «Ich bin überzeugt, dass wir dabei sind, das führende Brokeragehaus in Kontinentaleuropa zu schaffen», sagte Kepler-Chef Laurent Quirin. Zum Kaufpreis und möglichen Stellenstreichungen wollte sich das Unternehmen nicht äussern.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Neue Anteilseigner

Im Zuge des Zusammenschlusses bekommt das Analysehaus, das nun Kepler Cheuvreux heisst, auch neue Anteilseigner. Credit Agricole wird nach einer Kapitalerhöhung rund 15 Prozent an dem Konzern halten.

Die HypoVereinsbank-Mutter UniCredit, die seit 2011 auf die Analysten von Kepler zurückgreift, steigt mit rund fünf Prozent ein. Dadurch werde die Verbindung zu Kepler und die Partnerschaft bei Analyse- und Vertriebsdienstleistungen gestärkt, sagte der zuständige UniCredit-Vorstand Jean-Pierre Mustier.

Das Management und Personal von Kepler hält künftig rund 40 Prozent an dem Unternehmen und ist weiter für die operative Steuerung des Unternehmens verantwortlich. Auch die übrigen Anteilseigner - BlackFin Capital Partners, La Caisse des Depots, Gruppo Banca Leonardo und Credit Mutuel Arkea - bleiben an Bord.

Niederlassungen in ganz Europa

Kepler Cheuvreux hat rund 500 Mitarbeiter und Niederlassungen in ganz Europa. Crédit Agricole stellt der Firma im Rahmen der Vereinbarung eine langfristige Finanzierung zur Verfügung.

Mit der Trennung von Cheuvreux setzt die französischen Grossbank den Verkauf von Geschäftsteilen fort und fährt ihre Aktivitäten im Investmentbanking weiter zurück. Die Bank will sich künftig vor allem auf das Privatkundengeschäft in Frankreich konzentrieren. 

(vst/rcv/reuters)